Das System
Loxone Electronics GmbH hat ihren Sitz in Kollerschlag in Oberösterreich. Das System besteht aus dem Miniserver als Steuerzentrale, den Bus-Verbindungen Tree und Air, Erweiterungen für Ein- und Ausgänge, Sensoren, Tastern und Aktoren sowie der Konfigurationssoftware Loxone Config. Das unterscheidet es von einem offenen Standard wie KNX (ISO/IEC 14543-3), bei dem Geräte vieler Hersteller zusammenarbeiten. Beides sind Bus-Konzepte, die Kabel brauchen; was im Rohbau zu verlegen ist, stellt die Hersteller-Planungsunterlage klar. Der Vergleich beider Wege steht unter KNX vs. Loxone.
Miniserver-Varianten laut Hersteller
Die Angaben stammen von den Produktseiten im Loxone-Shop, abgerufen am 20.10.2026. Maßgeblich ist das Datenblatt des Geräts, das Sie kaufen; Loxone nennt für Compact und Go eigene Datenblattstände nach Seriennummer.
| Modell | Artikelnr. | Hersteller-Angabe | Produktseite |
|---|---|---|---|
| Miniserver | 100335 | 8 digitale Eingänge, 4 analoge Eingänge, 8 potenzialfreie Relaisausgänge; bis zu 30 Link-Erweiterungen, bis zu 50 Tree-Geräte; LAN | shop.loxone.com |
| Miniserver Compact | 100512 | Für kleine Verteiler; 4 digitale Eingänge, 2 Relaisausgänge; Air, Tree und Tree Turbo sowie Audioserver-Software integriert; bis zu 50 Tree-Geräte | shop.loxone.com, Wissensdatenbank |
| Miniserver Go | 100336 | Für Nachrüstung und Renovierung; bis zu 128 Air-Geräte, bis zu 30 Link-Erweiterungen; IPv4/IPv6 und HTTPS; externer Zugriff über Remote Connect laut Hersteller kostenfrei | shop.loxone.com |
Preise sind hier nicht angegeben, weil sie sich ändern; den aktuellen Preis nennt der Shop oder der Fachpartner.
Wie Sie eine Variante wählen
Vom Funktionsbedarf zum Gerät: Zählen Sie, was angeschlossen werden muss (Ein- und Ausgänge, Tree-Geräte, Air-Geräte), und prüfen Sie, ob das ein Gerät schafft oder Erweiterungen nötig sind. Kapazitätsgrenzen pro Gerät stehen im Datenblatt, nicht in Faustregeln wie „bis 200 m²“.
Tree und Air
- Tree: Verkabelung zwischen Miniserver oder Tree Extension und den Tree-Geräten. Die Tree Extension (Artikel 100218) bietet laut Hersteller zwei Tree-Anschlüsse für je bis zu 50 Geräte und unterstützt Linien-, Stern- und Baumtopologie. Welches Kabel einzusetzen ist, regelt die Planungsunterlage des Herstellers.
- Air: Funkverbindung. Die Air Base Extension (Artikel 100114) verbindet laut Hersteller bis zu 128 Air-Geräte, mit verschlüsselter Kommunikation und Mesh-Technik, bei der jedes netzbetriebene Air-Gerät die Reichweite erweitert.
Welche Geräte als Tree- und welche als Air-Variante angeboten werden, steht im Katalog des Herstellers. Wer im Neubau nicht in die Leitung investiert, hat später nur noch den Funkweg; das ist für Räume ohne Leitung eine Lösung, für den Aufbau des Hauptnetzes eine Entscheidung zwischen Kabel und Funk.
Komponentenliste aus dem Funktionsbedarf
Eine Ausstattungsliste „Basis, Komfort, Premium“ erspart keine Planung. Der Weg von der Funktion zur Bestellliste:
- Funktionsliste: Was soll das System tun? Licht (schalten, dimmen), Beschattung, Heizung je Raum, Zutritt, Energie. Ordnen Sie jede Funktion einem Raum zu.
- Ein- und Ausgänge zählen: Wie viele Lichtkreise, Beschattungsantriebe, Heizventile schalten? Wie viele Taster, Sensoren, Rauchmelder melden?
- Gerätegrenzen prüfen: Passen die Ausgänge in den Miniserver (zum Beispiel 8 Relaisausgänge beim Miniserver) oder braucht es Erweiterungen? Passen die Tree- und Air-Geräte in die Grenzen von 50 beziehungsweise 128?
- Verkabelung im Rohbau: Tree-Leitungen und die Anschlüsse im Verteiler festlegen, solange die Wände offen sind.
- Angebot für dieselbe Funktionsliste: Bei mehreren Angeboten müssen Funktionen, Geräteanzahl und Programmierung dieselben sein; sonst ist der Preisvergleich keiner.
Rechenbeispiel (ohne Preise)
Annahmen: Haus mit zwölf schaltbaren Lichtkreisen und acht Beschattungsantrieben, die auf- und abwärts angesteuert werden, also zwei Relaisausgänge je Antrieb. Ausgangsbedarf: 12 plus 8 mal 2 gleich 28 Relaisausgänge. Der Miniserver bietet 8; es fehlen mindestens 20 Ausgänge, die über Erweiterungen kommen. Wie viele Ausgänge eine Erweiterung bietet, steht im Datenblatt der gewählten Erweiterung. Die Rechnung verschiebt sich, wenn Antriebe dimmbare Leuchten oder andere Ausgänge nutzen.
Loxone Config und Betrieb
Konfiguriert und programmiert wird mit der Software Loxone Config, die der Hersteller auf seiner Internetseite zum Download anbietet. Die Programmierung übernimmt häufig ein Fachpartner; auf die Übergabe gehören die Projektdatei, die Zugangsdaten und eine Dokumentation, damit Änderungen später auch ein anderer Partner vornehmen kann. Updates für Miniserver und Software kommen vom Hersteller; wer sie einspielt, klärt der Vertrag mit dem Partner.
Fernzugriff und Daten
Für den Zugriff von außen gibt es die Cloud-Dienste des Herstellers (Remote Connect) oder die eigene Lösung mit VPN am Router. Der Miniserver arbeitet nach Herstellerangabe lokal; Zugangsdaten liegen auf dem Miniserver. Wer keinen Cloud-Dienst nutzen will, richtet VPN ein. Das Hausnetz mit Smart-Home-Geräten gehört in einen eigenen Netzbereich, siehe WLAN-Konzept.
Abhängigkeit vom Hersteller
Weil Server, Bus und Geräte vom selben Hersteller kommen, hängt die Instandhaltung des Systems am Hersteller: Ersatzgeräte, Erweiterungen und Software. Bei einem offenen Standard wie KNX gibt es mehr Hersteller, die ein Gerät ersetzen können. Zur Vorsorge gehören Dokumentation und Projektdatei in der Übergabe, ein Fachpartner mit Zugang zu Software und Katalog und die Frage nach Ersatzteilverfügbarkeit im Vertrag.
Kosten
Die Kosten ergeben sich aus der Komponentenliste, der Verkabelung im Rohbau, der Programmierung und der Inbetriebnahme. Eine Preisspanne ohne Funktionsliste vergleicht nichts. Fragen Sie Angebote für dieselbe Funktionsliste an und lassen Sie Hardware, Verkabelung, Programmierung, Inbetriebnahme, Schulung und etwaige laufende Kosten getrennt ausweisen. Zu den laufenden Kosten gehören bei Cloud-Diensten Lizenzen: Der Shop des Herstellers führt zum Beispiel Exosphere-Lizenzen als Laufzeitlizenz (Stand 20.10.2026, netto: Pro für 10 Jahre 290,00 Euro, Enterprise für 10 Jahre 590,00 Euro). Ob Sie so etwas brauchen, hängt von den Funktionen ab.
Weiterführende Themen
FAQ - Loxone
Was unterscheidet Loxone von KNX?
Welchen Miniserver brauche ich?
Tree oder Air?
Fallen laufende Kosten an?
Was passiert, wenn der Hersteller sein Programm ändert?
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