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Haustechnik

Loxone - Miniserver, Tree, Air

Ein Systemhersteller, ein Server, zwei Verbindungswege: Was Loxone im Neubau leistet, wie sich eine Komponentenliste aus der Funktionsliste ergibt und welche Abhängigkeit dazugehört.

Hausbau Journal Redaktion
Stand: 20. Oktober 2026 8 Min Lesezeit
Smart-Home-Bedienung über Tablet mit Lichtsteuerung
Bedienung einer Haussteuerung über ein Tablet.

Das System

Loxone Electronics GmbH hat ihren Sitz in Kollerschlag in Oberösterreich. Das System besteht aus dem Miniserver als Steuerzentrale, den Bus-Verbindungen Tree und Air, Erweiterungen für Ein- und Ausgänge, Sensoren, Tastern und Aktoren sowie der Konfigurationssoftware Loxone Config. Das unterscheidet es von einem offenen Standard wie KNX (ISO/IEC 14543-3), bei dem Geräte vieler Hersteller zusammenarbeiten. Beides sind Bus-Konzepte, die Kabel brauchen; was im Rohbau zu verlegen ist, stellt die Hersteller-Planungsunterlage klar. Der Vergleich beider Wege steht unter KNX vs. Loxone.

Miniserver-Varianten laut Hersteller

Die Angaben stammen von den Produktseiten im Loxone-Shop, abgerufen am 20.10.2026. Maßgeblich ist das Datenblatt des Geräts, das Sie kaufen; Loxone nennt für Compact und Go eigene Datenblattstände nach Seriennummer.

ModellArtikelnr.Hersteller-AngabeProduktseite
Miniserver1003358 digitale Eingänge, 4 analoge Eingänge, 8 potenzialfreie Relaisausgänge; bis zu 30 Link-Erweiterungen, bis zu 50 Tree-Geräte; LANshop.loxone.com
Miniserver Compact100512Für kleine Verteiler; 4 digitale Eingänge, 2 Relaisausgänge; Air, Tree und Tree Turbo sowie Audioserver-Software integriert; bis zu 50 Tree-Geräteshop.loxone.com, Wissensdatenbank
Miniserver Go100336Für Nachrüstung und Renovierung; bis zu 128 Air-Geräte, bis zu 30 Link-Erweiterungen; IPv4/IPv6 und HTTPS; externer Zugriff über Remote Connect laut Hersteller kostenfreishop.loxone.com

Preise sind hier nicht angegeben, weil sie sich ändern; den aktuellen Preis nennt der Shop oder der Fachpartner.

Wie Sie eine Variante wählen

Vom Funktionsbedarf zum Gerät: Zählen Sie, was angeschlossen werden muss (Ein- und Ausgänge, Tree-Geräte, Air-Geräte), und prüfen Sie, ob das ein Gerät schafft oder Erweiterungen nötig sind. Kapazitätsgrenzen pro Gerät stehen im Datenblatt, nicht in Faustregeln wie „bis 200 m²“.

Tree und Air

  • Tree: Verkabelung zwischen Miniserver oder Tree Extension und den Tree-Geräten. Die Tree Extension (Artikel 100218) bietet laut Hersteller zwei Tree-Anschlüsse für je bis zu 50 Geräte und unterstützt Linien-, Stern- und Baumtopologie. Welches Kabel einzusetzen ist, regelt die Planungsunterlage des Herstellers.
  • Air: Funkverbindung. Die Air Base Extension (Artikel 100114) verbindet laut Hersteller bis zu 128 Air-Geräte, mit verschlüsselter Kommunikation und Mesh-Technik, bei der jedes netzbetriebene Air-Gerät die Reichweite erweitert.

Welche Geräte als Tree- und welche als Air-Variante angeboten werden, steht im Katalog des Herstellers. Wer im Neubau nicht in die Leitung investiert, hat später nur noch den Funkweg; das ist für Räume ohne Leitung eine Lösung, für den Aufbau des Hauptnetzes eine Entscheidung zwischen Kabel und Funk.

Komponentenliste aus dem Funktionsbedarf

Eine Ausstattungsliste „Basis, Komfort, Premium“ erspart keine Planung. Der Weg von der Funktion zur Bestellliste:

  1. Funktionsliste: Was soll das System tun? Licht (schalten, dimmen), Beschattung, Heizung je Raum, Zutritt, Energie. Ordnen Sie jede Funktion einem Raum zu.
  2. Ein- und Ausgänge zählen: Wie viele Lichtkreise, Beschattungsantriebe, Heizventile schalten? Wie viele Taster, Sensoren, Rauchmelder melden?
  3. Gerätegrenzen prüfen: Passen die Ausgänge in den Miniserver (zum Beispiel 8 Relaisausgänge beim Miniserver) oder braucht es Erweiterungen? Passen die Tree- und Air-Geräte in die Grenzen von 50 beziehungsweise 128?
  4. Verkabelung im Rohbau: Tree-Leitungen und die Anschlüsse im Verteiler festlegen, solange die Wände offen sind.
  5. Angebot für dieselbe Funktionsliste: Bei mehreren Angeboten müssen Funktionen, Geräteanzahl und Programmierung dieselben sein; sonst ist der Preisvergleich keiner.

Rechenbeispiel (ohne Preise)

Annahmen: Haus mit zwölf schaltbaren Lichtkreisen und acht Beschattungsantrieben, die auf- und abwärts angesteuert werden, also zwei Relaisausgänge je Antrieb. Ausgangsbedarf: 12 plus 8 mal 2 gleich 28 Relaisausgänge. Der Miniserver bietet 8; es fehlen mindestens 20 Ausgänge, die über Erweiterungen kommen. Wie viele Ausgänge eine Erweiterung bietet, steht im Datenblatt der gewählten Erweiterung. Die Rechnung verschiebt sich, wenn Antriebe dimmbare Leuchten oder andere Ausgänge nutzen.

Loxone Config und Betrieb

Konfiguriert und programmiert wird mit der Software Loxone Config, die der Hersteller auf seiner Internetseite zum Download anbietet. Die Programmierung übernimmt häufig ein Fachpartner; auf die Übergabe gehören die Projektdatei, die Zugangsdaten und eine Dokumentation, damit Änderungen später auch ein anderer Partner vornehmen kann. Updates für Miniserver und Software kommen vom Hersteller; wer sie einspielt, klärt der Vertrag mit dem Partner.

Fernzugriff und Daten

Für den Zugriff von außen gibt es die Cloud-Dienste des Herstellers (Remote Connect) oder die eigene Lösung mit VPN am Router. Der Miniserver arbeitet nach Herstellerangabe lokal; Zugangsdaten liegen auf dem Miniserver. Wer keinen Cloud-Dienst nutzen will, richtet VPN ein. Das Hausnetz mit Smart-Home-Geräten gehört in einen eigenen Netzbereich, siehe WLAN-Konzept.

Abhängigkeit vom Hersteller

Weil Server, Bus und Geräte vom selben Hersteller kommen, hängt die Instandhaltung des Systems am Hersteller: Ersatzgeräte, Erweiterungen und Software. Bei einem offenen Standard wie KNX gibt es mehr Hersteller, die ein Gerät ersetzen können. Zur Vorsorge gehören Dokumentation und Projektdatei in der Übergabe, ein Fachpartner mit Zugang zu Software und Katalog und die Frage nach Ersatzteilverfügbarkeit im Vertrag.

Kosten

Die Kosten ergeben sich aus der Komponentenliste, der Verkabelung im Rohbau, der Programmierung und der Inbetriebnahme. Eine Preisspanne ohne Funktionsliste vergleicht nichts. Fragen Sie Angebote für dieselbe Funktionsliste an und lassen Sie Hardware, Verkabelung, Programmierung, Inbetriebnahme, Schulung und etwaige laufende Kosten getrennt ausweisen. Zu den laufenden Kosten gehören bei Cloud-Diensten Lizenzen: Der Shop des Herstellers führt zum Beispiel Exosphere-Lizenzen als Laufzeitlizenz (Stand 20.10.2026, netto: Pro für 10 Jahre 290,00 Euro, Enterprise für 10 Jahre 590,00 Euro). Ob Sie so etwas brauchen, hängt von den Funktionen ab.

FAQ - Loxone

Was unterscheidet Loxone von KNX?
Loxone ist ein Systemhersteller aus Kollerschlag in Oberösterreich: Server, Bus, Sensoren, Aktoren und Software stammen aus einer Hand. KNX ist ein offener Standard (ISO/IEC 14543-3), bei dem Geräte vieler Hersteller zusammenarbeiten. Beim Loxone-System gibt es einen Ansprechpartner, bei KNX mehr Auswahl und Herstellerunabhängigkeit. Beide Wege kommen mit Bus-Verkabelung im Neubau aus; ein Vergleich steht unter KNX vs. Loxone.
Welchen Miniserver brauche ich?
Das ergibt die Funktionsliste. Der Miniserver nennt laut Hersteller 8 digitale Eingänge, 4 analoge Eingänge, 8 potenzialfreie Relaisausgänge, bis zu 30 Link-Erweiterungen und bis zu 50 Tree-Geräte. Der Miniserver Compact ist für kleine Verteiler gedacht und bringt Air, Tree, Tree Turbo und eine Audioserver-Software mit. Der Miniserver Go richtet sich an Nachrüstung und Renovierung. Datenblatt der gewählten Variante und die Leistungen der Erweiterungen entscheiden, ob die Funktionsliste in ein Gerät passt.
Tree oder Air?
Tree ist die drahtgebundene Verbindung, Air die Funkverbindung (mit verschlüsselter Kommunikation laut Hersteller). Im Neubau lässt sich Tree mit eingeplanter Verkabelung nutzen; Air kommt dort in Frage, wo keine Leitung liegt. Welche Geräte als Tree- oder Air-Variante verfügbar sind, steht im Katalog.
Fallen laufende Kosten an?
Für Zusatzdienste kann das zutreffen. Der Shop des Herstellers listet zum Beispiel Exosphere-Lizenzen als Laufzeitlizenz (Stand 20.10.2026: Pro für 10 Jahre 290,00 Euro, Enterprise für 10 Jahre 590,00 Euro, jeweils netto). Was der Dienst leistet und ob ihn Ihr Projekt braucht, klärt der Hersteller oder der Fachpartner. Fernzugriff über Remote Connect ist laut Miniserver-Go-Produktseite kostenfrei.
Was passiert, wenn der Hersteller sein Programm ändert?
Das ist das Risiko jedes geschlossenen Systems: Ersatz- und Erweiterungsgeräte kommen vom Hersteller. Das Gegenmittel ist die Planung vor dem Einbau: Funktionsliste, Dokumentation der Konfiguration, Zugangsdaten und Projektdatei in der Übergabe, und ein Fachpartner mit Zugang zu Software und Katalog.
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