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Grundstückskosten 2026 - Kaufwerte und Nebenkosten

600 m² baureifes Land kosteten 2024 im Durchschnitt Sachsen-Anhalts 39.252 Euro, im Durchschnitt Bayerns 228.600 Euro. Dazu kommen Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch.

Hausbau Journal Redaktion
Stand: 20. Oktober 2026 9 Min Lesezeit
Geldscheine und Hausmodell - Grundstückskosten
Baureifes Land 2024: von 14,95 Euro je m² im Altmarkkreis Salzwedel bis 2.504 Euro in Mainz.
381 €/m²
Bayern 2024 durchschnittlicher Kaufwert baureifes Land
65,42 €/m²
Sachsen-Anhalt 2024 durchschnittlicher Kaufwert baureifes Land
3,5 % - 6,5 %
Grunderwerbsteuer je nach Bundesland, Stand 20.10.2026

Kaufwert, Bodenrichtwert, Angebotspreis

Drei Zahlen werden oft vermischt, obwohl sie Verschiedenes messen:

  • Kaufwert (amtliche Statistik): Durchschnitt der tatsächlich gezahlten Preise aller gemeldeten Verkäufe unbebauter Grundstücke eines Jahres, getrennt nach Baulandart. Die Statistischen Landesämter weisen selbst darauf hin, dass die Werte kein Preisindex sind: Jedes Jahr werden andere Grundstücke verkauft, der Vergleich zwischen Jahren und Regionen ist nur eingeschränkt aussagekräftig.
  • Bodenrichtwert: durchschnittlicher Lagewert des Bodens für eine Zone, den der Gutachterausschuss aus der Kaufpreissammlung ermittelt, mindestens alle zwei Jahre (§ 196 BauGB). Er ist die beste Orientierung für eine konkrete Lage; das einzelne Grundstück kann wegen Zuschnitt, Größe oder Erschließung abweichen.
  • Angebotspreis: das, was Verkäufer in Inseraten verlangen. Er sagt nichts darüber, zu welchem Preis tatsächlich verkauft wird.

Kaufwerte für baureifes Land 2024 in vier Ländern

LandDurchschnitt €/m²DatenbasisSpanne innerhalb des Landes
Bayern3818.078 unbebaute GrundstückeOberfranken 125 €/m², Oberbayern 978 €/m² (ohne München 633 €/m²)
Nordrhein-Westfalen272,594.477 KauffälleRegierungsbezirke (alle Baulandarten) Arnsberg 136,23 €/m², Köln 230,44 €/m²
Rheinland-Pfalz1752.310 KauffälleVulkaneifel rund 54 €/m², Rhein-Pfalz-Kreis rund 541 €/m², Stadt Mainz 2.504 €/m²
Sachsen-Anhalt65,421.227 KauffälleAltmarkkreis Salzwedel 14,95 €/m², Halle (Saale) 403,97 €/m²

Quellen: Bayerisches Landesamt für Statistik, 12.08.2025; IT.NRW, 12.08.2025; Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz; Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, 15.08.2025. Werte für die übrigen Länder veröffentlichen die jeweiligen Statistischen Landesämter und die Gutachterausschüsse in ihren Grundstücksmarktberichten.

Nebenkosten beim Grundstückskauf

Grunderwerbsteuer

Größter Einzelposten der Nebenkosten, je nach Bundesland 3,5 % bis 6,5 % vom Kaufpreis. Sie wird einen Monat nach dem Steuerbescheid fällig; erst danach trägt das Grundbuchamt den Käufer als Eigentümer ein.

Notar und Grundbuch

Beide rechnen nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) ab. Beim Kauf berechnet der Notar die 2,0-fache Gebühr für die Beurkundung und je eine 0,5-fache für Vollzug und Betreuung, das Grundbuchamt die 1,0-fache Gebühr für die Eigentumsumschreibung, jeweils nach Tabelle B aus dem Kaufpreis. Bei 228.600 Euro sind das zusammen 2.240 Euro, rund 1 Prozent. Eine Grundschuld für die Finanzierung kostet zusätzlich (mehr unter Baunebenkosten).

Maklerprovision

Die Halbteilung der Maklerprovision nach §§ 656a bis 656d BGB gilt nur beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses. Beim unbebauten Grundstück ist die Provision frei vereinbar und kann auch vollständig beim Käufer liegen. Die Höhe ist gesetzlich nicht festgelegt.

Gutachten vor dem Kauf

Ein Bodengutachten vor dem Kauf zeigt, ob Gründung, Abdichtung oder Aushub teurer werden. Diese Kosten gehören nicht zu den Kaufnebenkosten, aber zur Vorbereitung; sie stehen bei den Baunebenkosten.

Grunderwerbsteuer nach Bundesländern

BundeslandSteuersatz
Baden-Württemberg5,0 %
Bayern3,5 %
Berlin6,0 %
Brandenburg6,5 %
Bremen5,5 %
Hamburg5,5 %
Hessen6,0 %
Mecklenburg-Vorpommern6,0 %
Niedersachsen5,0 %
Nordrhein-Westfalen6,5 %
Rheinland-Pfalz5,0 %
Saarland6,5 %
Sachsen5,5 %
Sachsen-Anhalt5,0 %
Schleswig-Holstein6,5 %
Thüringen5,0 %

Stand: 20.10.2026. Sachsen 5,5 % seit 01.01.2023, Thüringen 5,0 % seit 01.01.2024, Bremen 5,5 % seit 01.07.2025; Belege unter Baunebenkosten.

Beispielrechnung: 600 m² baureifes Land

Gerechnet mit den amtlichen Durchschnittswerten 2024, ohne Makler und ohne Erschließungsbeiträge. Ein konkretes Grundstück kann deutlich darüber oder darunter liegen.

PositionSachsen-Anhalt (65,42 €/m²)Bayern (381 €/m²)Oberbayern ohne München (633 €/m²)
Kaufpreis 600 m²39.252 €228.600 €379.800 €
Grunderwerbsteuer1.963 € (5,0 %)8.001 € (3,5 %)13.293 € (3,5 %)
Notar und Grundbuch (GNotKG)686 €2.240 €3.383 €
Gesamt41.901 €238.841 €396.476 €

Erschließung zusätzlich

Ob Erschließungsbeiträge der Gemeinde im Kaufpreis enthalten sind oder noch kommen, steht im Kaufvertrag oder lässt sich bei der Gemeinde erfragen. Die Hausanschlüsse vom Netz bis ins Haus zahlt der Bauherr immer zusätzlich. Mehr zur Erschließung (Definition) und ausführlich unter Grundstückserschließung.

Finanzierung des Grundstücks

Grundstück und Hausbau werden meist gemeinsam in einem Baudarlehen finanziert; das Grundstück dient der Bank als Sicherheit. Wer ein Grundstück ohne konkreten Bauplan kauft, sollte vorher klären, ob und zu welchen Bedingungen die Bank das finanziert. Die Kaufnebenkosten sollten aus Eigenkapital kommen, weil sie keinen beleihbaren Wert schaffen (mehr unter Eigenkapital für den Hausbau).

Einheimischenmodelle

Manche Gemeinden vergeben eigenes Bauland bevorzugt und vergünstigt an Ortsansässige, verbunden mit einer Pflicht zur Selbstnutzung über eine festgelegte Zeit. Ob ein solches Programm läuft und welche Bedingungen gelten, weiß das Bauamt der Gemeinde.

Schenkung und Erbe

Ein Familiengrundstück kann steuerlich begünstigt übertragen werden: Kinder haben je Elternteil einen Freibetrag von 400.000 Euro, der alle zehn Jahre neu genutzt werden kann (§ 16 ErbStG). Grunderwerbsteuer fällt bei Schenkung und Erbe nicht an (§ 3 GrEStG).

Häufige Fehler bei Grundstückskosten

  • Nur den Kaufpreis kalkulieren. Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch kommen immer dazu, in Bayern bei 228.600 Euro Kaufpreis 10.241 Euro.
  • Erschließungsbeiträge übersehen. Vor dem Kauf klären, ob die Erschließung abgerechnet ist.
  • Landesdurchschnitt für die eigene Lage halten. Die Spanne innerhalb eines Landes ist groß. Für die konkrete Lage den Bodenrichtwert und vergleichbare Verkäufe heranziehen.
  • Bodenrichtwert eins zu eins als Kaufpreis ansehen. Zuschnitt, Größe, Hanglage und Erschließungszustand verändern den Wert des einzelnen Grundstücks.
  • Baugrund nicht prüfen. Ohne Bodengutachten bleiben Mehrkosten für Gründung und Abdichtung ein Risiko.

Verwandte Themen

FAQ - Grundstückskosten 2026

Was kostet ein Grundstück 2026 in Deutschland?
Eine bundesweite amtliche Zahl für 2026 gibt es nicht. Die Statistischen Landesämter melden für 2024 durchschnittliche Kaufwerte für baureifes Land zum Beispiel von 381 Euro je m² in Bayern, 272,59 Euro in Nordrhein-Westfalen, 175 Euro in Rheinland-Pfalz und 65,42 Euro in Sachsen-Anhalt. Innerhalb eines Landes reicht die Spanne von unter 20 Euro im ländlichen Raum bis über 2.000 Euro in Großstädten wie Mainz.
Warum sind die Preise so unterschiedlich?
Nachfrage (Wirtschaftskraft und Bevölkerungsentwicklung der Region), Angebot (wie viel Bauland die Gemeinden ausweisen) und Lage (Verkehrsanbindung, Schulen, Naherholung). Die Landesdurchschnitte verdecken das: In Sachsen-Anhalt kostete baureifes Land 2024 im Altmarkkreis Salzwedel 14,95 Euro je m², in Halle 403,97 Euro.
Wo finde ich aktuelle Bodenrichtwerte?
Bei den Gutachterausschüssen, online über BORIS-D und die Portale der Länder. Bodenrichtwerte werden nach § 196 BauGB mindestens alle zwei Jahre aus der Kaufpreissammlung ermittelt und veröffentlicht; jeder kann Auskunft verlangen.
Wie viel Nebenkosten kommen zum Kaufpreis?
Grunderwerbsteuer von 3,5 % (Bayern) bis 6,5 % je nach Bundesland, Notar und Grundbuch nach GNotKG und gegebenenfalls ein Makler. Für 600 m² zum bayerischen Durchschnittswert von 381 Euro (228.600 Euro) sind das 8.001 Euro Steuer und 2.240 Euro Notar und Grundbuch.
Lohnt sich Bauerwartungsland?
Für Bauherren, die in absehbarer Zeit bauen wollen, in der Regel nicht. Bauerwartungsland ist noch nicht als Bauland ausgewiesen; ob und wann ein Bebauungsplan kommt, entscheidet die Gemeinde. Es ist günstiger, aber das Risiko trägt der Käufer.
Wie hoch ist der Grundstücksanteil am Gesamtbudget?
Das hängt fast nur von der Region ab. Im Budget-Beispiel mit einem 150-m²-Haus und 250.000 Euro Grundstück in Bayern macht das Grundstück samt Nebenkosten rund 35 Prozent der Gesamtkosten aus. Zum Durchschnittswert von Sachsen-Anhalt wäre der Anteil bei gleichem Haus ein Bruchteil davon.
Hausbau Journal Redaktion

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