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Haustechnik

WLAN-Konzept fürs Haus - Access Points statt Repeater

Funkstandard und Datenrate auf dem Datenblatt sind nicht die Abdeckung im Haus: Position, Wandaufbau und Endgeräte entscheiden.

Hausbau Journal Redaktion
Stand: 20. Oktober 2026 8 Min Lesezeit
WLAN-Access-Point an einer Decke
Access Point an der Decke, per Netzwerkkabel angebunden.

WLAN-Standards

Die Datenrate in der Tabelle ist die theoretische Obergrenze des Standards. Tatsächlich erreichen Geräte weniger: Der Durchsatz hängt von Kanalbreite, Zahl der Antennen im Gerät, Entfernung und Wänden ab.

BezeichnungStandardBänderTheoretisches Maximum
Wi-Fi 5IEEE 802.11ac5 GHzetwa 6,9 GBit/s
Wi-Fi 6IEEE 802.11ax2,4 und 5 GHz9,6 GBit/s
Wi-Fi 6E802.11ax mit 6 GHz2,4, 5 und 6 GHz9,6 GBit/s
Wi-Fi 7IEEE 802.11be2,4, 5 und 6 GHzetwa 46 GBit/s

Die Maxima setzen die größtmögliche Kanalbreite und Antennenzahl voraus; Endgeräte im Haushalt erreichen sie nicht. Zum Wi-Fi-7-Maximum nennen Quellen teils 46 GBit/s, teils 23 GBit/s je Band.

Welche Geräte unterstützen welchen Standard?

Der Standard gilt je Verbindung, und die schwächere Seite bestimmt ihn. Die Angabe steht in den technischen Daten des jeweiligen Geräts, nicht in der Modellreihe. Ein Beispiel: Das MacBook Pro mit 14 Zoll und M3-Chip (2023) führt Apple in den technischen Daten mit WLAN 6E (802.11ax), nicht mit Wi-Fi 7. Wer plant, prüft die Endgeräte einzeln, bevor er den Standard der Access Points festlegt. Ein Access Point mit Wi-Fi 7 bleibt trotzdem sinnvoll, wenn die Geräte später wechseln: Er bedient ältere Standards ebenfalls.

Zeitliche Einordnung von Wi-Fi 7: Die Wi-Fi Alliance startete ihr Zertifizierungsprogramm am 8. Januar 2024; die endgültige IEEE-Norm 802.11be-2024 erschien am 22. Juli 2025.

Access Points und Roaming

Mehrere Access Points teilen sich einen Netzwerknamen (SSID); Geräte wechseln beim Gehen durch das Haus zum stärksten Access Point (Roaming). Die Verbindung der Access Points untereinander kann per Kabel oder per Funk erfolgen:

  • Kabelanbindung (Ethernet): Jeder Access Point hängt per Netzwerkkabel am Switch, bei PoE-Geräten erhält er über dasselbe Kabel Strom. Das Funkband wird nur für die Verbindung zum Endgerät genutzt. Im Neubau lassen sich die Kabel einplanen, siehe LAN-Verkabelung.
  • Funkanbindung (Wireless Mesh, Repeater): Der Access Point oder Repeater empfängt die Daten drahtlos vom nächsten. Das Funkband trägt dann Daten für Geräte und für die Verbindung zwischen den Access Points; der Durchsatz sinkt. Die Höhe hängt von Gerät und Bändern ab (manche Geräte haben ein eigenes Band für die Verbindung zwischen den Access Points).

Roaming-Standards

  • 802.11k: Geräte erhalten eine Liste benachbarter Access Points und wählen schneller.
  • 802.11v: Der Access Point empfiehlt dem Gerät den Wechsel zu einem besseren.
  • 802.11r: Schneller Wechsel ohne erneuten vollständigen Sicherheitsaustausch.

Ob ein Gerät diese Verfahren nutzt, hängt vom Gerät ab; in Netzen mit mehreren Access Points sind sie sinnvoll, nicht jedes Endgerät unterstützt alle drei.

Positionierung und Beispielplan

Die Position der Access Points bestimmt die Abdeckung. Besser als eine Faustregel pro Quadratmeter ist eine Messung im fertigen Haus oder eine Funkplanung mit dem tatsächlichen Wandaufbau. Funk wird von Stahlbeton, Geschossdecken, Metall, Wasser (Aquarium) und Spiegeln besonders stark gedämpft, von Trockenbau weniger; das Ausmaß hängt vom Material und vom Frequenzband ab. Höhere Bänder (5 und 6 GHz) werden stärker gedämpft als 2,4 GHz. Mikrowelle und Babyphone können im 2,4-GHz-Band stören.

Beispielplan (modellhaft, nicht gemessen)

Annahmen: Einfamilienhaus mit zwei Geschossen, Massivbau mit Geschossdecke aus Stahlbeton, Netzwerkkabel zu den Deckenpositionen vorhanden. Der Plan ist eine Planungsidee, kein Messergebnis:

  • Access Point 1: Decke Erdgeschoss-Flur, versorgt Eingang, Wohnbereich und Küche.
  • Access Point 2: Decke Obergeschoss-Flur, versorgt Schlaf- und Kinderzimmer, Bad.
  • Access Point 3: Hauswirtschaftsraum oder Außenbereich (Außengerät mit passender Schutzart), versorgt Garten oder Carport.

Ob drei Access Points reichen, zeigt erst die Messung: Signalstärke und Durchsatz in jedem Raum mit den eigenen Endgeräten, Roaming-Test beim Gehen durch das Haus. Dichte Wände, ein großes Grundstück oder Nebengebäude können zusätzliche Access Points nötig machen.

Außenbereich

Außengeräte brauchen Schutzart und Temperaturbereich nach Datenblatt; Innengeräte sind für die Witterung im Freien nicht ausgelegt. PoE-Kabel im Freien gehören in ein Erdkabel oder Rohr und werden von der Elektrofachkraft verlegt.

Systemwahl und Lizenzmodell

Bei der Wahl des Systems zählen Eigenschaften, die sich vorab prüfen lassen:

  • Verwaltung: Controller als Software auf eigenem Gerät, im Router integriert oder Cloud-Verwaltung durch den Hersteller. Cloud-Verwaltung heißt: Konfiguration und Statusdaten liegen beim Hersteller.
  • Laufende Kosten: Manche Systeme verlangen Lizenzen für Verwaltung oder Zusatzdienste, andere nicht. Das Lizenzmodell, die Laufzeit und der Funktionsumfang ohne Lizenz stehen beim Hersteller und im Angebot.
  • Netztrennung: Unterstützung von VLANs und mehreren SSIDs, wenn Gäste- und Smart-Home-Netz getrennt werden sollen.
  • Stromversorgung: PoE-Standard des Access Points und des Switches müssen zusammenpassen; das Datenblatt nennt die Leistungsaufnahme.
  • Laufzeit der Updates: Wie lange der Hersteller Sicherheitsupdates für das Modell zusagt.

Ein Beispiel dafür, dass sich Lizenzmodell und Verfügbarkeit ändern: Bei Cisco Meraki Go benötigt der Grundbetrieb nach Herstellerangabe keine Lizenzgebühr; optionale Zusatzdienste sind davon getrennt. Das Produkt wird seit dem 29. April 2025 nicht mehr verkauft, bestehende Geräte laufen weiter (Meraki Community, End of Sale). Wer ein System kauft, sollte deshalb Verfügbarkeit und Lizenzbedingungen am Kauftag prüfen.

Netztrennung und Sicherheit

Beispiel: Netztrennung im Wohnhaus

  • Hauptnetz: Rechner, Smartphones, Tablets der Familie.
  • Gästenetz: Internet-Zugang, kein Zugriff auf das Hauptnetz.
  • Netz für Smart-Home-Geräte: Lampen, Steckdosen, Lautsprecher, Fernseher: Internet-Zugang je nach Gerät, kein Zugriff auf das Hauptnetz.
  • Netz für Kameras: abgeschottet; Zugriff nur über den Aufzeichnungsrechner. Datenschutzfragen stehen unter Videoüberwachung.

Geräte, die sich per Broadcast oder Multicast finden (Lautsprecher, Streaming), brauchen in getrennten Netzen eine Freigabe oder Weiterleitung, die nicht jeder Router bietet. Das gehört vor dem Kauf geklärt.

Verschlüsselung

  • WPA3-Personal (SAE) für Geräte, die es unterstützen; WPA2 als Übergang für ältere Geräte.
  • Das Verbergen der SSID und MAC-Filter bieten keinen echten Schutz.
  • Standardpasswörter und Firmware der Access Points ändern und aktuell halten.

Gleiche SSID auf allen Bändern

Eine gemeinsame SSID für 2,4, 5 und 6 GHz vereinfacht die Bedienung; die Geräte wählen das Band. Viele Smart-Home-Geräte unterstützen nur 2,4 GHz und brauchen deshalb eine Einrichtung, bei der dieses Band verfügbar ist.

Häufige Fehler beim WLAN-Konzept

  • Repeater statt kabelgebundener Access Points, obwohl ein Kabel verlegt werden könnte.
  • Standard nach Modellreihe angenommen. Der WLAN-Standard steht in den technischen Daten des einzelnen Geräts.
  • Datenrate aus dem Datenblatt als Alltagsleistung verstanden.
  • Plan ohne Messung als gesichert dargestellt. Abdeckung zeigt erst die Messung im fertigen Haus.
  • Lizenzbedingungen nicht geprüft. Laufende Kosten und Funktionsumfang ohne Lizenz stehen beim Hersteller.
  • Keine Netztrennung zwischen Haupt-, Gäste- und Smart-Home-Netz.
  • Innengerät im Freien.
  • PoE-Standard von Access Point und Switch nicht abgestimmt.

Im Bauablauf einplanen

  1. Werkplanung: Standorte der Access Points festlegen, Netzwerkkabel dorthin einplanen.
  2. Rohbau und Schlitzung: Leerrohre und Kabel zu den Deckenpositionen.
  3. Montage nach Putz und Maler.
  4. Konfiguration von Switch, Controller und Access Points.
  5. Messung der Abdeckung in jedem Raum und Roaming-Test.

Quellen

FAQ - WLAN-Konzept

Wie viele Access Points braucht ein Einfamilienhaus?
Das hängt von Grundriss, Wandmaterial und Standorten der Geräte ab und lässt sich nur durch eine Messung oder eine Funkplanung verlässlich beantworten. Der Beispielplan unten ist modellhaft: je ein Access Point im Flur von Erd- und Obergeschoss und ein dritter für Hauswirtschaftsraum und Außenbereich. Nach der Inbetriebnahme prüft eine Messung, ob die Abdeckung stimmt.
WLAN 6, 6E oder 7?
Entscheidend ist, was Ihre Endgeräte können. Der Access Point kann nur so schnell sein wie das schwächere Ende der Verbindung. Der Standard Wi-Fi 7 (IEEE 802.11be) wird von der Wi-Fi Alliance seit 8. Januar 2024 zertifiziert; das IEEE-Dokument 802.11be-2024 erschien im Juli 2025. Geräte der letzten Jahre unterstützen oft nur Wi-Fi 6 oder 6E. Ein Beispiel: Das MacBook Pro 14 Zoll mit M3 (2023) nennt Apple in den technischen Daten mit WLAN 6E (802.11ax), nicht mit Wi-Fi 7.
Repeater oder Access Points?
Wo ein Netzwerkkabel liegt, ist ein Access Point mit Kabelanbindung die bessere Lösung: Er nutzt das Funkband nicht zusätzlich für die Verbindung zum Router. Ein Repeater, der drahtlos weiterleitet, muss Daten zwischen Gerät und Router über dasselbe Band übertragen, wodurch der Durchsatz sinkt. Eine feste Verlustgröße hängt von Gerät und Band ab; Herstellerangaben und eine Messung zeigen sie.
Fallen bei Netzwerkgeräten laufende Lizenzkosten an?
Das hängt vom System. Manche Hersteller betreiben Controller und Geräte ohne Lizenzgebühr, andere verlangen Lizenzen für Cloud-Verwaltung oder Zusatzdienste. Bei Cisco Meraki Go zum Beispiel braucht der Grundbetrieb nach Herstellerangabe keine Lizenzgebühr; das Produkt wird seit dem 29. April 2025 nicht mehr verkauft. Optionale Zusatzdienste sind getrennt zu betrachten. Vor dem Kauf sind Lizenzmodell, Laufzeit und Update-Dauer beim Hersteller zu erfragen.
Brauche ich ein getrenntes Netz für Gäste und Smart-Home-Geräte?
Es ist eine gängige Sicherheitsmaßnahme. Gäste und Geräte mit begrenzter Sicherheit (Kameras, Lautsprecher, Lampen) kommen in eigene Netze (VLANs), damit ein kompromittiertes Gerät nicht auf Rechner und Speicher im Hauptnetz zugreifen kann. Voraussetzung sind Access Points und Router oder Switch, die VLANs unterstützen.
Hausbau Journal Redaktion

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