WLAN-Standards
Die Datenrate in der Tabelle ist die theoretische Obergrenze des Standards. Tatsächlich erreichen Geräte weniger: Der Durchsatz hängt von Kanalbreite, Zahl der Antennen im Gerät, Entfernung und Wänden ab.
| Bezeichnung | Standard | Bänder | Theoretisches Maximum |
|---|---|---|---|
| Wi-Fi 5 | IEEE 802.11ac | 5 GHz | etwa 6,9 GBit/s |
| Wi-Fi 6 | IEEE 802.11ax | 2,4 und 5 GHz | 9,6 GBit/s |
| Wi-Fi 6E | 802.11ax mit 6 GHz | 2,4, 5 und 6 GHz | 9,6 GBit/s |
| Wi-Fi 7 | IEEE 802.11be | 2,4, 5 und 6 GHz | etwa 46 GBit/s |
Die Maxima setzen die größtmögliche Kanalbreite und Antennenzahl voraus; Endgeräte im Haushalt erreichen sie nicht. Zum Wi-Fi-7-Maximum nennen Quellen teils 46 GBit/s, teils 23 GBit/s je Band.
Welche Geräte unterstützen welchen Standard?
Der Standard gilt je Verbindung, und die schwächere Seite bestimmt ihn. Die Angabe steht in den technischen Daten des jeweiligen Geräts, nicht in der Modellreihe. Ein Beispiel: Das MacBook Pro mit 14 Zoll und M3-Chip (2023) führt Apple in den technischen Daten mit WLAN 6E (802.11ax), nicht mit Wi-Fi 7. Wer plant, prüft die Endgeräte einzeln, bevor er den Standard der Access Points festlegt. Ein Access Point mit Wi-Fi 7 bleibt trotzdem sinnvoll, wenn die Geräte später wechseln: Er bedient ältere Standards ebenfalls.
Zeitliche Einordnung von Wi-Fi 7: Die Wi-Fi Alliance startete ihr Zertifizierungsprogramm am 8. Januar 2024; die endgültige IEEE-Norm 802.11be-2024 erschien am 22. Juli 2025.
Access Points und Roaming
Mehrere Access Points teilen sich einen Netzwerknamen (SSID); Geräte wechseln beim Gehen durch das Haus zum stärksten Access Point (Roaming). Die Verbindung der Access Points untereinander kann per Kabel oder per Funk erfolgen:
- Kabelanbindung (Ethernet): Jeder Access Point hängt per Netzwerkkabel am Switch, bei PoE-Geräten erhält er über dasselbe Kabel Strom. Das Funkband wird nur für die Verbindung zum Endgerät genutzt. Im Neubau lassen sich die Kabel einplanen, siehe LAN-Verkabelung.
- Funkanbindung (Wireless Mesh, Repeater): Der Access Point oder Repeater empfängt die Daten drahtlos vom nächsten. Das Funkband trägt dann Daten für Geräte und für die Verbindung zwischen den Access Points; der Durchsatz sinkt. Die Höhe hängt von Gerät und Bändern ab (manche Geräte haben ein eigenes Band für die Verbindung zwischen den Access Points).
Roaming-Standards
- 802.11k: Geräte erhalten eine Liste benachbarter Access Points und wählen schneller.
- 802.11v: Der Access Point empfiehlt dem Gerät den Wechsel zu einem besseren.
- 802.11r: Schneller Wechsel ohne erneuten vollständigen Sicherheitsaustausch.
Ob ein Gerät diese Verfahren nutzt, hängt vom Gerät ab; in Netzen mit mehreren Access Points sind sie sinnvoll, nicht jedes Endgerät unterstützt alle drei.
Positionierung und Beispielplan
Die Position der Access Points bestimmt die Abdeckung. Besser als eine Faustregel pro Quadratmeter ist eine Messung im fertigen Haus oder eine Funkplanung mit dem tatsächlichen Wandaufbau. Funk wird von Stahlbeton, Geschossdecken, Metall, Wasser (Aquarium) und Spiegeln besonders stark gedämpft, von Trockenbau weniger; das Ausmaß hängt vom Material und vom Frequenzband ab. Höhere Bänder (5 und 6 GHz) werden stärker gedämpft als 2,4 GHz. Mikrowelle und Babyphone können im 2,4-GHz-Band stören.
Beispielplan (modellhaft, nicht gemessen)
Annahmen: Einfamilienhaus mit zwei Geschossen, Massivbau mit Geschossdecke aus Stahlbeton, Netzwerkkabel zu den Deckenpositionen vorhanden. Der Plan ist eine Planungsidee, kein Messergebnis:
- Access Point 1: Decke Erdgeschoss-Flur, versorgt Eingang, Wohnbereich und Küche.
- Access Point 2: Decke Obergeschoss-Flur, versorgt Schlaf- und Kinderzimmer, Bad.
- Access Point 3: Hauswirtschaftsraum oder Außenbereich (Außengerät mit passender Schutzart), versorgt Garten oder Carport.
Ob drei Access Points reichen, zeigt erst die Messung: Signalstärke und Durchsatz in jedem Raum mit den eigenen Endgeräten, Roaming-Test beim Gehen durch das Haus. Dichte Wände, ein großes Grundstück oder Nebengebäude können zusätzliche Access Points nötig machen.
Außenbereich
Außengeräte brauchen Schutzart und Temperaturbereich nach Datenblatt; Innengeräte sind für die Witterung im Freien nicht ausgelegt. PoE-Kabel im Freien gehören in ein Erdkabel oder Rohr und werden von der Elektrofachkraft verlegt.
Systemwahl und Lizenzmodell
Bei der Wahl des Systems zählen Eigenschaften, die sich vorab prüfen lassen:
- Verwaltung: Controller als Software auf eigenem Gerät, im Router integriert oder Cloud-Verwaltung durch den Hersteller. Cloud-Verwaltung heißt: Konfiguration und Statusdaten liegen beim Hersteller.
- Laufende Kosten: Manche Systeme verlangen Lizenzen für Verwaltung oder Zusatzdienste, andere nicht. Das Lizenzmodell, die Laufzeit und der Funktionsumfang ohne Lizenz stehen beim Hersteller und im Angebot.
- Netztrennung: Unterstützung von VLANs und mehreren SSIDs, wenn Gäste- und Smart-Home-Netz getrennt werden sollen.
- Stromversorgung: PoE-Standard des Access Points und des Switches müssen zusammenpassen; das Datenblatt nennt die Leistungsaufnahme.
- Laufzeit der Updates: Wie lange der Hersteller Sicherheitsupdates für das Modell zusagt.
Ein Beispiel dafür, dass sich Lizenzmodell und Verfügbarkeit ändern: Bei Cisco Meraki Go benötigt der Grundbetrieb nach Herstellerangabe keine Lizenzgebühr; optionale Zusatzdienste sind davon getrennt. Das Produkt wird seit dem 29. April 2025 nicht mehr verkauft, bestehende Geräte laufen weiter (Meraki Community, End of Sale). Wer ein System kauft, sollte deshalb Verfügbarkeit und Lizenzbedingungen am Kauftag prüfen.
Netztrennung und Sicherheit
Beispiel: Netztrennung im Wohnhaus
- Hauptnetz: Rechner, Smartphones, Tablets der Familie.
- Gästenetz: Internet-Zugang, kein Zugriff auf das Hauptnetz.
- Netz für Smart-Home-Geräte: Lampen, Steckdosen, Lautsprecher, Fernseher: Internet-Zugang je nach Gerät, kein Zugriff auf das Hauptnetz.
- Netz für Kameras: abgeschottet; Zugriff nur über den Aufzeichnungsrechner. Datenschutzfragen stehen unter Videoüberwachung.
Geräte, die sich per Broadcast oder Multicast finden (Lautsprecher, Streaming), brauchen in getrennten Netzen eine Freigabe oder Weiterleitung, die nicht jeder Router bietet. Das gehört vor dem Kauf geklärt.
Verschlüsselung
- WPA3-Personal (SAE) für Geräte, die es unterstützen; WPA2 als Übergang für ältere Geräte.
- Das Verbergen der SSID und MAC-Filter bieten keinen echten Schutz.
- Standardpasswörter und Firmware der Access Points ändern und aktuell halten.
Gleiche SSID auf allen Bändern
Eine gemeinsame SSID für 2,4, 5 und 6 GHz vereinfacht die Bedienung; die Geräte wählen das Band. Viele Smart-Home-Geräte unterstützen nur 2,4 GHz und brauchen deshalb eine Einrichtung, bei der dieses Band verfügbar ist.
Häufige Fehler beim WLAN-Konzept
- Repeater statt kabelgebundener Access Points, obwohl ein Kabel verlegt werden könnte.
- Standard nach Modellreihe angenommen. Der WLAN-Standard steht in den technischen Daten des einzelnen Geräts.
- Datenrate aus dem Datenblatt als Alltagsleistung verstanden.
- Plan ohne Messung als gesichert dargestellt. Abdeckung zeigt erst die Messung im fertigen Haus.
- Lizenzbedingungen nicht geprüft. Laufende Kosten und Funktionsumfang ohne Lizenz stehen beim Hersteller.
- Keine Netztrennung zwischen Haupt-, Gäste- und Smart-Home-Netz.
- Innengerät im Freien.
- PoE-Standard von Access Point und Switch nicht abgestimmt.
Im Bauablauf einplanen
- Werkplanung: Standorte der Access Points festlegen, Netzwerkkabel dorthin einplanen.
- Rohbau und Schlitzung: Leerrohre und Kabel zu den Deckenpositionen.
- Montage nach Putz und Maler.
- Konfiguration von Switch, Controller und Access Points.
- Messung der Abdeckung in jedem Raum und Roaming-Test.
Weiterführende Themen
Quellen
- Apple: MacBook Pro (14 Zoll, M3, November 2023) - technische Daten
- Meraki Community: Meraki Go End of Sale, April 2025
- Zeitlicher Ablauf IEEE 802.11be-2024
FAQ - WLAN-Konzept
Wie viele Access Points braucht ein Einfamilienhaus?
WLAN 6, 6E oder 7?
Repeater oder Access Points?
Fallen bei Netzwerkgeräten laufende Lizenzkosten an?
Brauche ich ein getrenntes Netz für Gäste und Smart-Home-Geräte?
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