hausbaujournal.com
Haustechnik

Elektroinstallation - Stromkreise, Steckdosen, Verteilerschrank

Welche Regeln für Stromkreise, RCD, Überspannungsschutz und Verteiler im Wohnneubau gelten - und was davon die Elektrofachkraft aus Ihrem Haus ableitet.

Hausbau Journal Redaktion
Stand: 20. Oktober 2026 12 Min Lesezeit
Elektriker installiert Verteilerschrank im Rohbau eines Einfamilienhauses
Der Verteilerschrank ist die Schaltzentrale jeder Elektroinstallation.

Normen und Pflichten

Die Elektroinstallation im Wohnneubau ist normativ geregelt. Wer bauen lässt, sollte die einschlägigen Normen kennen, weil Planung, Ausführung und Prüfung darauf aufbauen.

  • DIN VDE 0100-410: Schutz gegen elektrischen Schlag, darunter die RCD-Pflicht (Ausgabe 2018-10).
  • DIN VDE 0100-443 und -534: Überspannungsschutz. Teil 443 regelt, wann Schutzmaßnahmen vorzusehen sind, Teil 534 Auswahl und Einbau der Ableiter. Für neue Wohngebäude seit 1. Oktober 2016 anzuwenden.
  • DIN VDE 0100-540: Erdung, Schutzleiter, Schutzpotenzialausgleich; verlangt in neuen Gebäuden einen Fundamenterder.
  • DIN VDE 0100-600: Erstprüfung der Anlage.
  • DIN VDE 0100-701: Räume mit Badewanne oder Dusche.
  • DIN VDE 0100-704: Baustellen während der Bauphase.
  • DIN VDE 0100-722: Stromversorgung von Elektrofahrzeugen (Ladeeinrichtungen).
  • DIN 18015-1 bis -3: Elektrische Anlagen in Wohngebäuden. Teil 1 Planungsgrundlagen (Ausgabe 2020-05), Teil 2 Art und Umfang der Mindestausstattung, Teil 3 Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel.
  • RAL-RG 678: Ausstattungswerte 1 bis 3 für Steckdosen und Lichtauslässe je Raum. Wert 1 entspricht der Mindestausstattung nach DIN 18015-2; die höheren Werte sind eine Entscheidung des Bauherrn.
  • VDE-AR-N 4100 und TAB: Anschlussbedingungen des Netzbetreibers für Zählerplatz, Hausanschluss und Anlagen am Niederspannungsnetz.

Wer die Anlage errichten darf

Nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) darf die Anlage hinter der Hausanschlusssicherung nur ein Installationsunternehmen errichten oder ändern, das in das Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Der Bauherr bleibt gegenüber dem Netzbetreiber für die ordnungsgemäße Anlage verantwortlich.

Erstprüfung und Prüfprotokoll

Die Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 führt eine Elektrofachkraft nach Fertigstellung und vor der ersten Nutzung durch: Besichtigen, Erproben und Messen. Gemessen werden unter anderem die Durchgängigkeit des Schutzleiters, der Isolationswiderstand, die Schleifenimpedanz für die Abschaltbedingungen und die Auslösung der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen. Das Prüfprotokoll gehört zu den Übergabeunterlagen: Es nennt die geprüften Anlagenteile, die Ergebnisse je Stromkreis, die Verfahren und die verwendeten Prüfgeräte. Verlangen Sie es zusammen mit dem Stromkreisverzeichnis und den Herstellerunterlagen der eingebauten Schutzgeräte.

Beispiel-Stromkreisplan

Ein Stromkreis fasst Verbraucher zusammen, die über eine gemeinsame Überstrom-Schutzeinrichtung abgesichert sind. Üblich ist, Licht und Steckdosen je Raum oder Bereich zu trennen und große Verbraucher auf eigene Stromkreise zu legen. Die Mindestzahl nach Wohnfläche steht in DIN 18015-2; die folgende Liste ist ein Planungsbeispiel, keine Vorgabe.

Planungsannahmen des Beispiels

  • Einfamilienhaus mit etwa 140 m² Wohnfläche, zwei Geschosse, Drehstromanschluss.
  • Ausstattung entsprechend Ausstattungswert 2 nach RAL-RG 678; Elektroherd, Wärmepumpe, Ladeeinrichtung und PV-Anlage sind vorgesehen.
  • Leitungslängen, Verlegeart und Herstellerangaben der Geräte sind nicht festgelegt. Schutzgeräte, RCD-Typen und Querschnitte bestimmt die Elektrofachkraft je Stromkreis erst, wenn diese Daten vorliegen.

Stromkreise im Beispielhaus (22)

BereichStromkreisAuslegung abhängig von
WohnzimmerLichtLeuchtenzahl, Dimmer
WohnzimmerSteckdosenAnzahl nach Ausstattungswert
Esszimmer/KücheLichtLeuchtenzahl
KücheSteckdosen ArbeitsflächeGeräteanschlussleistung
KücheBackofenHerstellerangabe
KücheKochfeldHerstellerangabe, Anschlussleistung
KücheSpülmaschineHerstellerangabe
KücheMikrowelle / DampfgarerHerstellerangabe
SchlafzimmerLicht + SteckdosenRaumgröße, Ausstattungswert
Kinderzimmer 1 und 2Licht + Steckdosen (je Raum)Raumgröße, Ausstattungswert
Bad EG und OGLicht + Steckdosen (je Bad)Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701
Flur und TreppenhausLicht + SteckdosenWechsel-/Kreuzschaltungen
HWRWaschmaschineHerstellerangabe
HWRTrocknerHerstellerangabe
HWRWärmepumpeGeräteangaben, Netzbetreiber
HWRLüftungsanlageGeräteangaben
AußenGarten-SteckdosenSchutzart, Leitungslänge
GarageLicht + SteckdosenRaumgröße
Garage/CarportLadeeinrichtungGerät, Lastmanagement, Netzbetreiber (siehe Wallbox-Installation)
DachPV-Wechselrichter (AC)Wechselrichter, VDE-AR-N 4105

Mit Smart-Home, Sauna oder Pool kommen weitere Stromkreise hinzu.

Trennung Licht und Steckdosen

Licht und Steckdosen auf getrennten Stromkreisen sorgen dafür, dass bei einem Defekt an einem Steckdosenverbraucher nicht das Deckenlicht ausfällt. Die Trennung ist üblich und im Neubau mit wenig Mehraufwand umsetzbar.

Ausstattung pro Raum

Die Anzahl der Steckdosen und Lichtauslässe je Raum hängt von Raumgröße und Ausstattungswert ab. DIN 18015-2 legt die Mindestausstattung fest, sie entspricht dem Ausstattungswert 1 der RAL-RG 678. Wert 2 erlaubt den Anschluss heute üblicher Geräte ohne räumliche und zeitliche Einschränkungen, Wert 3 ergänzt Sicherheits-, Kommunikations- und Automatiktechnik. Die Ausgabe der RAL-RG 678 von Februar 2023 führt zusätzlich die Stufen 1plus, 2plus und 3plus für Gebäudesystemtechnik ein, die sich raumweise vergeben lassen. Welcher Wert gilt, muss im Bauvertrag stehen. Die raumweisen Mindestanzahlen stehen in der RAL-RG 678 selbst; Hinweise zur Planung bietet Steckdosen pro Raum.

Die Lage der Leitungen im Mauerwerk regelt DIN 18015-3 über Installationszonen und Vorzugsmaße. Wer sich daran hält, vermeidet beim späteren Bohren Treffer auf Leitungen.

Verteilerschrank - Auslegung und Position

Der Verteilerschrank ist der Knotenpunkt der Hausinstallation: Hier laufen die Stromkreise zusammen, hier sitzen RCD, Leitungsschutzschalter, Überspannungsschutz und gegebenenfalls Bus-Aktoren.

Vorgaben der DIN 18015-1:2020-05

  • Der Zählerplatz ist für einen Bemessungsstrom von mindestens 63 A auszulegen.
  • Stromkreisverteiler in Mehrraumwohnungen sind mindestens vierreihig auszuführen, bei Einraumwohnungen mindestens dreireihig. In Einfamilienhäusern darf der Stromkreisverteiler gemeinsam mit dem Zählerplatz in einem Gehäuse sitzen.
  • Für jeden Stromkreisverteiler wird eine Platzreserve von 20 Prozent empfohlen.
  • In mehrgeschossigen Wohnungen sind mindestens zwei Stromkreisverteiler vorzusehen; der zweite sollte nicht kleiner als zweireihig sein.
  • Der Verteiler sitzt im Belastungsschwerpunkt der Wohnung, in der Regel im Flur.

Wie sich der Platzbedarf aus der Belegung ergibt, steht unter Verteilerschrank im Haus.

RCD und RCBO - Fehlerstromschutz

Der Fehlerstromschutzschalter (RCD, früher FI) erkennt Differenzströme und schaltet bei einem Fehlerstrom ab. Nach DIN VDE 0100-410:2018-10 ist in Wohneinheiten eine RCD mit einem Bemessungsdifferenzstrom von höchstens 30 mA vorzusehen für Steckdosenstromkreise bis 32 A zur allgemeinen Verwendung und für Beleuchtungsstromkreise. Bis zur Ausgabe 2018 lag die Grenze für Steckdosen bei 20 A. Ein Verzicht ist nur in begründeten Ausnahmefällen auf Basis einer Gefährdungsbeurteilung zulässig.

RCD-Typen: nach Verbraucher wählen

Welcher RCD-Typ passt, hängt von den Fehlerströmen ab, die die angeschlossenen Geräte erzeugen können, und steht in deren Herstellerunterlagen:

  • Typ A: erfasst Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme. Üblicher Typ für allgemeine Haushaltsstromkreise.
  • Typ F: wie Typ A, zusätzlich für Geräte mit Frequenzumrichter, deren Hersteller es verlangt.
  • Typ B: erfasst zusätzlich glatte Gleichfehlerströme. Welcher Typ bei Ladeeinrichtungen und Wärmepumpen mit Inverter nötig ist, bestimmen DIN VDE 0100-722 und die Herstellerangabe: Bei Ladeeinrichtungen genügt ein Typ A, wenn das Gerät glatte Gleichfehlerströme ab 6 mA selbst erkennt und abschaltet, sonst ist Typ B oder eine zusätzliche Gleichfehlerstrom-Überwachung nötig (siehe Wallbox-Installation). Bei Wärmepumpen steht die Anforderung in der Installationsanleitung des Geräts.

RCD-Aufteilung und RCBO

DIN 18015-1:2020-05 begrenzt die Zahl der Endstromkreise hinter einer RCD: höchstens zwei einphasige Endstromkreise hinter einem zweipoligen und höchstens sechs hinter einem vierpoligen RCD. Begründet wird das mit der Vermeidung unnötigen Abschaltens fehlerfreier Stromkreise und der symmetrischen Belastung. Alternativ lassen sich RCBO (RCD und Leitungsschutzschalter in einem Gerät) einsetzen; dann schaltet im Fehlerfall nur der betroffene Stromkreis ab. Ein Fehlerlichtbogen-Schutz (AFDD) ist nach DIN VDE 0100-420:2019-10 nur noch eine Empfehlung.

Überspannungsschutz

Seit DIN VDE 0100-443:2016-10 gilt Überspannungsschutz auch für Wohngebäude. Verpflichtend sind nach der Auslegung des Herstellers DEHN derzeit Maßnahmen für die ins Haus eingeführten Stromversorgungsleitungen; für Telefon-, Internet- und Breitbandkabel kann die Norm nur empfehlen.

  • Typ 2: mindestens am oder nahe am Einspeisepunkt, aber nicht im ungezählten Bereich, gegen Schaltüberspannungen und indirekte Blitzeinwirkung über die Versorgungsleitung.
  • Typ 1: vorgesehen bei Freileitungseinspeisung (Ableitvermögen mindestens 5 kA, Wellenform 10/350). Bei einem äußeren Blitzschutz ergibt sich der Ableitertyp aus dem Blitzschutzkonzept. Kombi-Ableiter mit Typ 1, 2 und 3 sind in der Zählerhauptverteilung zulässig.
  • Einbauort: Nach VDE-AR-N 4100 dürfen Ableiter nicht mehr im Hausanschlusskasten sitzen; erlaubt bleibt der anlagenseitige Anschlussraum (AAR) im Zählerschrank.
  • Typ 3: Feinschutz direkt an empfindlichen Verbrauchern; eine Ergänzung, keine Ersatzmaßnahme.

Wie Ableiter, Zählerschrank und äußerer Blitzschutz zusammenspielen, steht unter Blitz- und Überspannungsschutz, die Erdung unter Fundamenterder.

Leitungen und Querschnitte

Der Leitungsquerschnitt ergibt sich nicht aus einer Tabelle für Anwendungen, sondern aus dem Bemessungsstrom der vorgeschalteten Schutzeinrichtung, der Verlegeart, der Häufung mehrerer Leitungen, der Umgebungstemperatur und der Leitungslänge. Hinter der Messeinrichtung sollte der Spannungsfall bis zum Verbrauchsmittel nach DIN 18015-1 nicht mehr als 3 Prozent betragen, zwischen Hausanschlusskasten und Messeinrichtung sind es höchstens 0,5 Prozent. Ein Querschnitt, der in einem kurzen Stromkreis ausreicht, kann in einem langen oder gehäuft verlegten zu klein sein.

Festgelegte Werte

  • Zuleitung zum Ladeplatz: DIN 18015-1:2020-05 verlangt, Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge zu berücksichtigen: eine Drehstromleitung mit einer Strombelastbarkeit von 32 A vom Zählerschrank zum Ladeplatz, parallel ein Elektroinstallationsrohr für ein Netzwerkkabel. Den Querschnitt legt die Elektrofachkraft nach Länge und Verlegeart fest.
  • Hauptleitung und Zählerplatz: auszulegen für mindestens 63 A. Querschnitt und Absicherung der Hauptleitung legt der Netzbetreiber über die TAB fest.

Verlegearten

  • Unter Putz: Standard für Wohnräume.
  • In Leerrohr: Leitung nachträglich austauschbar, bei Schlüsselleitungen sinnvoll.
  • Auf Putz: in HWR, Garage oder Keller.
  • In Installationszone: nach DIN 18015-3 festgelegte Bereiche an Wänden.

Leerrohre und Reserven

DIN 18015-1:2020-05 verlangt für die Kommunikationstechnik Elektroinstallationsrohre: vom Zählerplatz bis zum Kommunikationsverteiler und vom Zählerschrank (APZ) zum Hausübergabepunkt, dort mit mindestens 25 mm Durchmesser. Darüber hinaus sind Leerrohre in folgenden Richtungen sinnvoll, weil Nachrüstung im fertigen Haus deutlich aufwendiger ist:

  • HWR zu Carport/Garage: für die Ladeleitung und Datenkabel.
  • HWR zu Garten: für Außenbeleuchtung, Pool, Bewässerung.
  • HWR zu Dach: für PV-Leitungen und Kommunikation.
  • Hausanschlussraum zur Straße: für einen späteren Glasfaser-Anschluss.
  • Wand oder Decke an Sonderpositionen: für TV-Wandhalterung, Pendelleuchten oder Beamer.

Außen- und Garten-Elektro

Steckdosen im Außenbereich brauchen eine Schutzart, die zum Einbauort passt (gegen Spritzwasser mindestens IP44), und fallen unter die RCD-Pflicht für Steckdosen bis 32 A. Praktisch sind Steckdosen an Eingang, Terrasse und Garten sowie ein eigener Stromkreis für Gartengeräte. Anzahl und Leitungslängen legt die Elektrofachkraft mit dem Gartenplan fest; Hinweise zur Beleuchtung stehen unter Außenbeleuchtung.

Bus-Vorrüstung (KNX, Loxone)

Ein Bussystem benötigt eigene Leitungen. KNX TP läuft über ein geschirmtes, verdrilltes Kabel (üblich J-Y(St)Y 2 x 2 x 0,8 mm²) und ist als ISO/IEC 14543-3 genormt. Ob ein Bus, Funk oder konventionelle Installation zu Ihren Anforderungen passt, vergleicht Smart Home im Neubau; die Bus-Technik selbst erklärt KNX im Neubau.

Installation im Bauablauf

  1. Werkplanung mit Stromkreisplan, Schalt- und Verteilerschema. Vor Baubeginn.
  2. Hausanschluss durch den Netzbetreiber. Zählerplatz nach TAB.
  3. Elektro-Schlitzung im Rohbau. Vor Verputz.
  4. Dosen setzen, Leitungen einziehen. Schalter- und Steckdosendosen, Verteilerdosen.
  5. Verteilerschrank-Rohmontage.
  6. Innenputz. Schlitze und Dosen geschlossen.
  7. Estrich. Gegebenenfalls Bodendosen-Leerrohre eingegossen.
  8. Trockenbau und Maler. Schalter und Dosen freilassen.
  9. Endmontage Schalter, Dosen, Leuchten.
  10. Inbetriebnahme mit Erstprüfung und Prüfprotokoll nach DIN VDE 0100-600.

Häufige Fehler bei der Elektroinstallation

  • Zu wenige Steckdosen. Ausstattungswert im Bauvertrag nicht festgelegt, dann gilt nur die Mindestausstattung nach DIN 18015-2.
  • Verteiler ohne Platzreserve. Jede spätere Erweiterung verlangt dann einen zusätzlichen Verteiler.
  • Licht und Steckdosen auf einem Stromkreis. Ein Defekt legt den ganzen Raum lahm.
  • Zu viele Stromkreise hinter einer RCD. Ein Fehler schaltet dann unnötig viele Stromkreise ab; DIN 18015-1 begrenzt die Zahl.
  • Überspannungsschutz vergessen oder im Hausanschlusskasten geplant. Er gehört in den anlagenseitigen Anschlussraum bzw. die Zählerhauptverteilung.
  • Keine Leerrohre zu Carport, Garten und Dach. Die Nachrüstung im fertigen Haus ist aufwendig.
  • Keine Vorrüstung für die Ladeeinrichtung. DIN 18015-1 verlangt die Drehstromleitung mit 32 A Strombelastbarkeit zum Ladeplatz.
  • Kein Prüfprotokoll. Ohne Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 gibt es keinen Nachweis, dass die Schutzmaßnahmen wirken.

Auswahl des Elektrikers

  • Eintragung in das Installateurverzeichnis des Netzbetreibers (§ 13 NAV).
  • Referenzen vergleichbarer Neubauten.
  • Detailangebot mit Mengenliste statt Pauschalbetrag.
  • Erfahrung mit dem Bussystem, wenn eines geplant ist.
  • Erfahrung mit der Anmeldung von Ladeeinrichtungen und PV beim Netzbetreiber.
  • Zusage, Prüfprotokoll und Stromkreisverzeichnis zu übergeben.

Schutzpotenzialausgleich und Fundamenterder

Der Schutzpotenzialausgleich bringt metallene Leitungen und Bauteile auf gleiches Potenzial: Schutzleiter des Hausanschlusses, metallene Wasser- und Heizungsleitungen, ein vorhandenes Gasrohr, der Fundamenterder. In neuen Gebäuden ist ein Fundamenterder durch DIN VDE 0100-540 und DIN 18015-1 vorgeschrieben; Ausführung nach DIN 18014. Der Fundamenterder wird im Rohbau mit der Bewehrung verbunden, bevor das Fundament betoniert wird. Details unter Fundamenterder.

Schaltungs-Konzepte

Wechselschaltung

Eine Leuchte mit zwei Schaltern, zum Beispiel Treppenhaus oben und unten.

Kreuzschaltung

Eine Leuchte mit drei oder mehr Schaltern: Wechselschalter an den Endpunkten, Kreuzschalter dazwischen. Sinnvoll im langen Flur oder bei mehreren Zugängen zu einem Raum.

Dimmer

Für LED-Beleuchtung dimmbare Leuchtmittel und dazu passende Dimmer wählen; nicht passende Kombinationen flackern.

Bewegungs- und Präsenzmelder

  • Außen: mit Dämmerungsschalter und geeigneter Schutzart.
  • Innen: Decken- oder Wandmontage in Flur, WC, Garage.
  • Präsenzmelder: erkennt auch ruhig sitzende Personen und ist im Arbeitszimmer sinnvoll.

LED-Beleuchtungs-Vorrüstung

  • Deckenleuchten: Anschlussdose mit dreiadriger Leitung (Außenleiter, N, PE).
  • Einbauspots: Anschlussdose, Trafo nach Herstellerangabe.
  • LED-Streifen: 12- oder 24-V-Netzteil im Verteiler oder vor Ort, Steuerung über DALI oder Bus-Aktor.
  • Außenbeleuchtung: Steckverbindung mit passender Schutzart.

DALI und KNX-Beleuchtung

  • DALI (Digital Addressable Lighting Interface): digitales Steuerprotokoll für Beleuchtung, bis 64 einzeln adressierbare Geräte je Linie.
  • KNX-Beleuchtung: Schalt- und Dimmaktoren im Verteiler.
  • DALI-KNX-Gateway: verbindet beide Systeme.

Quellen

Stand der Normangaben: Oktober 2026. Planung, Auslegung und Prüfung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.

FAQ - Elektroinstallation im Neubau

Wie viele Stromkreise braucht ein Einfamilienhaus?
Die Mindestzahl legt DIN 18015-2 abhängig von der Wohnfläche fest, die tatsächliche Zahl ergibt sich aus Ausstattungswert, Grundriss und Geräten. Pro Raum getrennte Stromkreise für Licht und Steckdosen sind üblich, große Verbraucher wie Herd, Wärmepumpe oder Ladeeinrichtung bekommen eigene Stromkreise. Der Beispielplan unten für ein 140-m²-Haus umfasst 22 Stromkreise; er zeigt eine Planung, keine Vorgabe.
Wie groß sollte der Verteilerschrank ausfallen?
Nach DIN 18015-1:2020-05 sind Stromkreisverteiler in Mehrraumwohnungen mindestens vierreihig auszuführen, empfohlen wird eine Platzreserve von 20 Prozent. Wer zusätzlich Bus-Aktoren, Ladeeinrichtung, PV oder Wärmepumpe anschließt, braucht je nach Geräten mehr Platz, den die Elektrofachkraft aus der Belegung ableitet.
Was ist der Unterschied zwischen RCD und RCBO?
Ein RCD (Fehlerstromschutzschalter) überwacht mehrere Stromkreise gemeinsam, ein RCBO kombiniert RCD und Leitungsschutzschalter in einem Gerät für genau einen Stromkreis. Bei einem Fehler schaltet dann nur dieser Stromkreis ab. DIN 18015-1:2020-05 begrenzt außerdem die Zahl der Endstromkreise je RCD: höchstens zwei einphasige Stromkreise hinter einem zweipoligen, höchstens sechs hinter einem vierpoligen RCD.
Ist Überspannungsschutz im Neubau Pflicht?
Für neue Wohngebäude schreibt DIN VDE 0100-443:2016-10 Überspannungsschutzmaßnahmen für die eingeführten Stromversorgungsleitungen vor. Mindestens ein Typ-2-Ableiter am oder nahe am Einspeisepunkt, nicht im ungezählten Bereich. Ein Typ-1-Ableiter ist bei Freileitungseinspeisung vorgesehen; bei einem äußeren Blitzschutz ergibt sich der Ableitertyp aus dem Blitzschutzkonzept.
Welche Normen gelten für die Elektroinstallation?
DIN VDE 0100 mit ihren Teilen (unter anderem 410 Schutz gegen elektrischen Schlag, 443 und 534 Überspannungsschutz, 540 Erdung, 600 Erstprüfung, 722 Ladeeinrichtungen), DIN 18015 Teile 1 bis 3 für die Planung in Wohngebäuden und die RAL-RG 678 mit den Ausstattungswerten 1 bis 3. Netzbetreiberseitig gelten die VDE-AR-N 4100 und die TAB.
Hausbau Journal Redaktion

Der unabhängige Hausbau-Ratgeber für private Bauherren in Deutschland. Recherchiert aus Primärquellen, ergänzt durch eigene Bauerfahrung. Mehr über die Redaktion →