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Glossar

Wohnfläche DIN 277

Zwei Rechenwege für dasselbe Haus

Die Wohnflächenverordnung (seit 2004 in Kraft, ersetzt die Wohnflächenberechnung der II. Berechnungsverordnung) gilt unmittelbar, wenn nach dem Wohnraumförderungsgesetz eine Wohnfläche zu berechnen ist (§ 1 WoFlV). Auch außerhalb der Förderung wird sie häufig herangezogen, etwa in Exposés und Verträgen, wenn nichts anderes vereinbart ist. DIN 277 ist eine Planungs- und Kostennorm: Sie teilt Flächen nach Nutzung in Nutzungs-, Verkehrs- und Technikflächen ein, deren Summe die Netto-Raumfläche ergibt. Eine feste Staffelung der Anrechnung nach Raumhöhe wie in der WoFlV gibt es dort nicht.

Die wichtigsten Unterschiede bei einzelnen Flächenarten:

  • Dachschrägen (§ 4 WoFlV): lichte Höhe ab 2 m zu 100 %, von 1 m bis unter 2 m zu 50 %. Unter 1 m nennt § 4 keine Anrechnung, diese Flächen zählen nicht zur Wohnfläche.
  • Balkone, Loggien, Dachgärten, Terrassen (§ 4 Nr. 4): in der Regel zu einem Viertel, höchstens zur Hälfte. Unbeheizbare Wintergärten und Schwimmbäder zählen zur Hälfte (§ 4 Nr. 3).
  • Treppen (§ 3 Abs. 3 Nr. 2): Treppen mit mehr als drei Steigungen und ihre Treppenabsätze bleiben außer Betracht. Eine Treppe mit bis zu drei Steigungen wird als normale Grundfläche mitgemessen. In der DIN 277 zählen Treppen zur Verkehrsfläche.
  • Kellerräume, Abstellräume außerhalb der Wohnung, Waschküchen, Bodenräume, Trockenräume, Heizungsräume, Garagen (§ 2 Abs. 3 Nr. 1): keine Wohnfläche. Nach DIN 277 sind es Nutzungs-, Verkehrs- oder Technikflächen.
  • Schornsteine, Vormauerungen, freistehende Pfeiler (§ 3 Abs. 3 Nr. 1): bleiben bei der Grundfläche außer Betracht, wenn sie höher als 1,50 m sind und mehr als 0,1 m² Grundfläche haben.

In Exposés steht ohne weiteren Hinweis häufig eine Wohnfläche. Ob sie nach WoFlV, nach DIN 277 oder nach einer Faustformel ermittelt wurde, muss erfragt werden, denn die Zahlen können deutlich auseinanderliegen.

Beispiel: Dachgeschoss mit Satteldach

Lichter Grundriss des Dachgeschosses 10 m × 8 m (80 m²), Satteldach mit 40° Neigung, lichte Höhe an der Außenwand 0,80 m. Die Raumhöhe steigt von der Wand nach innen um tan 40° ≈ 0,839 m je Meter: 1 m lichte Höhe wird nach 0,24 m Abstand erreicht, 2 m nach 1,43 m. Dazu kommen eine Treppe zum Spitzboden (1,0 m × 3,0 m einschließlich Absatz, mehr als drei Steigungen) und eine Loggia mit 6 m².

FlächeGrundflächeRegelWohnfläche
lichte Höhe ab 2 m (5,14 m × 10 m = 51,4 m²) abzüglich Treppe 3,0 m²48,4 m²100 % (§ 4 Nr. 1), Treppe nicht anrechenbar (§ 3 Abs. 3 Nr. 2)48,4 m²
lichte Höhe 1 m bis unter 2 m (2 × 1,19 m × 10 m)23,8 m²50 % (§ 4 Nr. 2)11,9 m²
lichte Höhe unter 1 m (2 × 0,24 m × 10 m)4,8 m²keine Anrechnung0 m²
Loggia6,0 m²25 % (§ 4 Nr. 4)1,5 m²
Summe80 m² Innenfläche + 6 m² Loggia61,8 m²

Die 80 m² Raumfläche stehen also 61,8 m² Wohnfläche gegenüber. Eine Zahl nach DIN 277 würde die 80 m² als Netto-Raumfläche ohne Höhenstaffelung ausweisen, mit der Treppe als Verkehrsfläche. Maßgeblich sind die lichten Maße zwischen den Bauteilen (§ 3 Abs. 1 WoFlV), nicht die Außenmaße.

Verwandte Begriffe

  • Nutzfläche - Flächenart der DIN 277
  • Kniestock - bestimmt, wie viel Dachgeschossfläche die Höhenstufen der WoFlV erreicht
  • Grundriss - Grundlage der Flächenberechnung
Hausbau Journal Redaktion

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