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Glossar

Effektivzins

Stand: 30. April 2026

Was bedeutet Effektivzins beim Hausbau?

Banken müssen nach der Preisangabenverordnung (PAngV) den effektiven Jahreszins ausweisen. Er macht Darlehensangebote verschiedener Banken vergleichbar, weil er alle Kosten auf eine einheitliche Jahresbasis normiert.

Was im Effektivzins steckt: Sollzins, Tilgungsverrechnungstermin (monatlich oder jährlich), Kontoführungsgebühren, sofern vom Darlehen abhängig. Was typisch nicht enthalten ist: Notarkosten, Grundbuchgebühren, Gebäudeversicherung, Bauspargebühren bei gekoppelten Produkten.

Der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins bei einem Baukredit ist gering (oft 0,05-0,15 Prozentpunkte), weil Baufinanzierungen wenige Nebengebühren haben. Bei anderen Kreditarten (Konsumkredite, Ratenkäufe) kann die Differenz erheblich sein.

Warum ist der Effektivzins wichtig für Bauherren?

Beim Angebotsvergleich verschiedener Banken ist der Effektivzins die richtige Vergleichsgröße - nicht der Sollzins. Bank A: Sollzins 3,60 %, Effektivzins 3,65 %. Bank B: Sollzins 3,55 %, Effektivzins 3,72 % (wegen Bearbeitungsgebühren). Bank A ist trotz höherem Sollzins günstiger.

Für den Haushaltsrechner ist die monatliche Rate entscheidend - die ergibt sich aus dem Sollzins plus Anfangstilgung. Der Effektivzins zeigt die Gesamtkosten über die Laufzeit.

Beispiel

Darlehen 350.000 EUR, 10 Jahre Zinsbindung: Sollzins 3,75 %, Effektivzins 3,81 %. Die monatliche Rate errechnet sich aus dem Sollzins: bei 2 % Anfangstilgung = 5,75 % p.a. / 12 = 1.677 EUR/Monat. Der Effektivzins sagt: Gesamtkosten über 10 Jahre entsprechen 3,81 % p.a., was Vergleichbarkeit mit anderen Angeboten ermöglicht.

Verwandte Begriffe

  • Sollzins - der günstigere Nominalzins ohne Nebenkosten
  • Annuität - die monatliche Rate, die auf dem Sollzins basiert
  • Zinsbindung - Zeitraum für den der Effektivzins gilt
  • Baufinanzierung - Überblick über alle Finanzierungsparameter
Hausbau Journal Redaktion

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