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Glossar

Annuität

Stand: 30. April 2026

Was bedeutet Annuität beim Hausbau?

Das Annuitätendarlehen ist die häufigste Form der Baufinanzierung in Deutschland. Der Kreditnehmer zahlt monatlich eine feste Rate - die Annuität. Diese Rate besteht aus zwei Teilen: dem Zinsanteil (berechnet auf die aktuelle Restschuld) und dem Tilgungsanteil (Rückzahlung des Kapitals).

Weil die Restschuld mit jeder Zahlung sinkt, verringert sich der Zinsanteil im Zeitverlauf automatisch. Da die Gesamtrate gleichbleibt, erhöht sich der Tilgungsanteil entsprechend. Das Darlehen amortisiert sich also selbstverstärkend: Am Ende der Laufzeit zahlt man fast nur noch Tilgung.

Die Annuität wird häufig als monatliche Rate angegeben. Die Jahresannuität entspricht 12 Monatsraten. Ausgedrückt wird sie auch als Annuitätensatz (Prozent des Darlehens pro Jahr): Zins plus Anfangstilgung ergibt den Annuitätensatz.

Warum ist die Annuität wichtig für Bauherren?

Die monatliche Annuität bestimmt die Belastbarkeit des Haushalts. Banken prüfen, ob die Rate maximal 35-40 % des Nettohaushaltseinkommens beträgt. Eine zu hohe Annuität gefährdet die Finanzierung - eine zu niedrige verlängert die Laufzeit und erhöht die Gesamtzinskosten erheblich.

Wer die Anfangstilgung von 1 % auf 2 % erhöht, verlängert zwar die monatliche Rate, verkürzt aber die Gesamtlaufzeit deutlich und spart Tausende Euro Zinsen. Bei der Angebotsvergleich verschiedener Banken sollte stets die monatliche Annuität der Ausgangspunkt sein.

Beispiel

Darlehen 400.000 EUR, Sollzins 3,8 % p.a., Anfangstilgung 2 %: Annuitätensatz = 3,8 + 2 = 5,8 % p.a. Monatliche Rate: 400.000 × 5,8 % ÷ 12 = 1.933 EUR. Davon sind im ersten Monat 1.267 EUR Zinsen und 667 EUR Tilgung. Im Monat 60 sind bereits rund 1.195 EUR Zinsen und 738 EUR Tilgung.

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