Funktionsschema
Abluft und Kanal
Die Haube fördert nur so viel, wie das Kanalnetz zulässt: Je länger das Rohr und je mehr Bögen, desto höher der Druckverlust und desto geringer der tatsächliche Volumenstrom. Für die Planung zählen deshalb die Daten des konkreten Geräts, nicht ein Standardrohr:
- Anschlussstutzen und Volumenstrom aus dem Datenblatt der Haube, auch bei dem Druckverlust des geplanten Kanalnetzes.
- Mauerkasten: Maße, zulässiger Volumenstrom und Rohranschluss aus den Unterlagen des Herstellers; die Wanddicke und der Wandaufbau (zum Beispiel Wärmedämmverbundsystem) bestimmen die Länge.
- Rohrführung: kurz, gerade, mit wenigen Bögen; Flexschlauch erhöht den Druckverlust gegenüber glatten Rohren.
- Maximaler Abluftvolumenstrom: auf ihn bezieht sich die Nachströmung und die Sicherheitseinrichtung.
Nachströmung und Luftdichtheit
Jeder Kubikmeter, den die Haube absaugt, muss von irgendwo nachströmen. In einem luftdichten Haus gibt es dafür keine Fugen: Nach § 13 GModG muss die wärmeübertragende Umfassungsfläche dauerhaft luftundurchlässig abgedichtet sein. Die Nachströmöffnung muss also eingeplant werden. Zugelassene Fensterkontaktschalter regeln das über ein ausreichend geöffnetes Fenster; ihre Zulassung bemisst den nötigen Spalt nach der Fenstergröße und dem maximalen Abluftvolumenstrom. Ohne Nachströmung fördert die Haube weniger, Türen gehen schwerer, und bei Feuerstätten kann Abgas in den Raum gelangen.
Der Mauerdurchbruch selbst ist eine Stelle, an der die luftdichte Ebene durchbrochen wird. Der Anschluss von Mauerkasten und Wand muss dauerhaft dicht und wärmegedämmt ausgeführt werden. Die Dichtheit der fertigen Hülle weist der Blower-Door-Test nach.
Zusammen mit kontrollierter Wohnraumlüftung
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) regelt Zuluft und Abluft in der Regel ausgeglichen. Die Haube im Abluftbetrieb kommt als zusätzlicher Abluftstrom hinzu, den die KWL nicht ausgleicht - sie ist auf die Raumluftmengen des Lüftungskonzepts ausgelegt, nicht auf den Abluftvolumenstrom einer Haube. Daraus folgt:
- Die Haube und die KWL werden gemeinsam geplant; Hersteller der Lüftungsanlage und Fachplaner sagen, welche Kombination freigegeben ist.
- Die Küchenabluft führt Fett mit, das Kanäle und Wärmetauscher belegt. Sie wird deshalb häufig getrennt geführt, mit eigener Fortluft und eigener Nachströmung. Das Schweizer Bundesamt für Energie beschreibt in einer Planungshilfe auch einen direkten Anschluss der Haube an die Lüftungsanlage mit Umstellklappe; die Haubenleistung ist dort auf rund 300 m³/h begrenzt. Ob das mit Ihrer Anlage zulässig ist, entscheidet der Hersteller.
- Ist ein Umluftbetrieb vorgesehen, entfällt der Mauerdurchbruch.
Raumluftabhängige Feuerstätte
Eine raumluftabhängige Feuerstätte (zum Beispiel ein Kaminofen, der die Verbrennungsluft aus dem Raum nimmt) und eine Haube im Abluftbetrieb sind kein harmloses Paar: Die Haube kann im Raum einen Unterdruck erzeugen, der Abgas aus der Feuerstätte in den Raum zieht, mit Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung. Messtechnisch wird das mit der 4-Pa-Messung nachgewiesen, bei der alle absaugenden Einrichtungen auf höchster Stufe laufen und die Feuerstätte unter Volllast betrieben wird; der Grenzwert liegt bei 4 Pa Unterdruck gegenüber dem Freien. Für raumluftunabhängig geprüfte Feuerstätten für feste Brennstoffe gilt der Wert aus dem Verwendbarkeitsnachweis, derzeit grundsätzlich 8 Pa (Herstellerangabe, Testo-Merkblatt zur 4-Pa-Messung).
Sicherheitseinrichtungen
Für den gemeinsamen Betrieb gibt es Sicherheitseinrichtungen mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt). Beispiele:
- Fensterkontaktschalter (Zulassung Z-85.2-10): Die Haube kann nur laufen, wenn das Fenster ausreichend geöffnet ist. Er ist für Entlüftungsanlagen bei einfach belegten Abgasanlagen zugelassen und für Dunstabzugshauben bei mehrfach belegten; Voraussetzung ist, dass Verbrennungsluft und Abgasabführung unabhängig von der Fensterstellung gesichert sind. Er darf nicht an Fenstern mit Außenjalousie ohne Vorrichtung gegen vollständiges Schließen verwendet werden.
- Unterdruckwächter (zum Beispiel Zulassung Z-85.1-26): Überwacht den Differenzdruck und schaltet die lufttechnische Anlage bei Unterdruck ab.
Die Zulassungen sind an Bedingungen geknüpft (Gerät, Abgasanlage, Brennstoff, Einstellwerte) und ersetzen nicht die fachgerechte Bemessung. Eine Zulassung gilt für das in ihr genannte Gerät; aktuelle Fassungen prüfen. Ob und welche Einrichtung bei Ihnen ausreicht, entscheidet der Bezirksschornsteinfeger; stimmen Sie das Konzept vor dem Mauerdurchbruch ab, nicht nach dem Küchenaufbau.
Mauerkasten und Klappe
Ein Mauerkasten mit Rückstauklappe(n) hält bei ausgeschalteter Haube Außenluft, Kälte, Geräusche und Tiere draußen. Für die Auswahl zählen die Angaben des Herstellers: zulässiger Volumenstrom, Druckverlust, Bauart der Klappe, Wandstärke, Dämmung. Motorisierte Klappen öffnen mit der Haube und sind wie die Sicherheitseinrichtung mit der Steuerung der Haube abzustimmen. Was die Kombination aus Haube, Klappe und Sicherheitseinrichtung zulässt, steht in den Unterlagen aller beteiligten Geräte.
Umluft als Alternative
Im Umluftbetrieb gibt die Haube die gereinigte Luft in die Küche zurück. Der Mauerdurchbruch entfällt, und es entsteht kein Unterdruck, auch nicht für eine Feuerstätte. Aktivkohlefilter binden Gerüche, Feuchte und Wärme bleiben im Raum. Filter sind nach Herstellerangabe zu wechseln; Fettfilter sind zu reinigen.
Checkliste vor dem Mauerdurchbruch
- Haube gewählt: Anschlussstutzen, Volumenstrom, Abluft- oder Umluftbetrieb.
- Kanalweg und Mauerkasten laut Herstellerunterlagen geplant.
- Nachströmung eingeplant (Öffnung oder Fenstersicherung), abgestimmt auf den maximalen Abluftvolumenstrom.
- Wohnraumlüftung: Hersteller und Fachplaner haben die Kombination mit der Haube freigegeben.
- Feuerstätte: raumluftabhängig oder raumluftunabhängig geklärt; falls abhängig, Sicherheitseinrichtung und Konzept mit dem Bezirksschornsteinfeger abgestimmt.
- Dichter und gedämmter Anschluss des Mauerkastens an die Wand eingeplant.
- Schornsteinfeger und Fachbetrieb nehmen die Anlage ab; die 4-Pa-Messung ist bei Feuerstätte im Luftverbund dokumentiert.
FAQ - Dunstabzug Mauerdurchbruch
Welchen Rohrdurchmesser braucht der Mauerdurchbruch?
Darf ich die Dunstabzugshaube mit Abluft betreiben, wenn ich einen Kaminofen habe?
Kann die Haube an die Abluft der kontrollierten Wohnraumlüftung?
Wozu dient die Klappe im Mauerdurchbruch?
Ist Umluft die einfachere Lösung?
Quellen
- DIBt, Zulassung Z-85.2-10 Funk-Fensterkontaktschalter FDS 200
- DIBt, Zulassung Z-85.1-26 Unterdruckwächter HOS UDW
- Testo, Merkblatt zur 4-Pa-Messung
- GModG § 13 Dichtheit
- Schweizer Bundesamt für Energie, Planungshilfe zu Wohnungslüftung und Dunstabzug
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