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Glossar

Dachneigung

Grad und Prozent

Die Dachneigung wird in Grad (°) angegeben, manchmal auch als Prozentgefälle. Das Gefälle in Prozent ist der Tangens des Winkels mal 100: Es sagt, wie viele Zentimeter das Dach je Meter Horizontalstrecke steigt. 45° sind 100 %, nicht 45 %. Der Höhenzuwachs vom Traufpunkt zum First ergibt sich aus der halben Spannweite mal tan(Neigung).

NeigungGefälleFirsthöhe über der Traufe bei 10 m Spannweite
20°36,4 %1,82 m
25°46,6 %2,33 m
30°57,7 %2,89 m
35°70,0 %3,50 m
40°83,9 %4,20 m
45°100,0 %5,00 m
50°119,2 %5,96 m

Die Werte gelten für ein symmetrisches Satteldach und sind auf die Linie bezogen, an der die Dachfläche auf die Außenwand trifft (Traufe, bei einem Kniestock also dessen Oberkante). Dachüberstand und Sparrenstärke sind nicht berücksichtigt.

Warum die Dachneigung für Bauherren zählt

Bebauungspläne schreiben häufig eine Mindest- und Höchstneigung vor, um das Ortsbild zu erhalten. Ein Bebauungsplan kann etwa „Satteldach 38-45°" fordern - dann ist ein Flachdach nicht genehmigungsfähig. Daneben bestimmt die Neigung die Firsthöhe und damit, wie viel Raum unter dem Dach entsteht: je steiler, desto größer der Dachraum bei gleicher Hausbreite. Wie viel davon als Wohnfläche zählt, hängt zusätzlich vom Kniestock ab (siehe Wohnfläche nach WoFlV).

Die Dachdeckung hat eine eigene Untergrenze: Für Dachziegel und Dachsteine gibt es nach den Fachregeln des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) eine Regeldachneigung zwischen 22° und 40°, je nach Produkt. Wird sie unterschritten, sind Zusatzmaßnahmen der Klassen 1 bis 5 erforderlich, die mit sinkender Neigung aufwendiger werden. Bei Produkten mit 22° Regeldachneigung nennt die ZVDH-Tabelle 10° als unterste Grenze. Maßgeblich ist die Regeldachneigung des gewählten Produkts laut Hersteller, nicht allein die Mindestneigung, die manche Hersteller bewerben.

Beispiel: Satteldach mit 10 m Spannweite und 40°

Das Haus ist 10 m breit, das Dach symmetrisch. Von der Traufe bis zum First liegt die halbe Spannweite: 5 m. Der First steigt 5 m × tan 40° = 5 m × 0,839 = 4,20 m über die Trauflinie, die Sparrenlänge beträgt 5 m / cos 40° = 6,53 m. Ein Kniestock von 1,00 m ergibt eine Firsthöhe von 5,20 m über der Rohdecke; der First liegt nicht 8 m über dem Kniestock.

Wie sich daraus nutzbare Flächen ergeben, rechnet das Stichwort Drempel mit Höhenzonen vor.

Verwandte Begriffe

  • Dachgaube - vergrößert Nutzfläche bei jeder Dachneigung
  • Kniestock - die senkrechte Außenwand unter der Dachschräge
  • Dachformen - Überblick über alle Dachtypen
  • Dachstuhl - die tragende Konstruktion des Dachs
Hausbau Journal Redaktion

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