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Lamellendach & Terrassendach 2026

Was Herstellerdaten zu Schneelast und Wind sagen, welche Richtwerte für die Kosten vorliegen und wer über die Genehmigung entscheidet.

Hausbau Journal Redaktion
Stand: 20. Oktober 2026 7 Min Lesezeit
Lamellendach
Lamellendach
ab 4.700€Alu, elektrisch, Wandmontage, 4×3 m (Richtwert)
LBO + B-Planentscheiden über die Genehmigung
112-296 kg/m²Schneelast je nach Größe (Beispiel Renson Camargue)

Lamellendach und festes Terrassendach

Das Lamellendach hat drehbare Aluminiumlamellen als Dachfläche. In geschlossener Stellung schützt es vor Regen, geöffnet lässt es Licht und Luft durch. Das Wasser läuft über Rinnen in die Stützen oder an den Ecken ab. Wasserdicht im strengen Sinn sind die Systeme nicht in jedem Fall: Der STOBAG-Ausschreibungstext zum Modell Astano TR4520 beschreibt das Dach als „besonders wasserabweisend, aber nicht vollständig wasserdicht".

Das feste Terrassendach hat eine unveränderliche Dachfläche aus Stegplatten, Glas oder Metall. Es schützt dauerhaft vor Regen, die Lichtdurchlässigkeit ist festgelegt.

Dachtypen im Vergleich

Typ Regenschutz Licht Flexibilität
Stegplatten (Polycarbonat) dauerhaft milchig-transluzent keine
Glas (ESG/VSG) dauerhaft klar keine
Trapezblech dauerhaft kein Licht keine
Alu-Lamellendach in geschlossener Stellung stufenlos einstellbar manuell (Kurbel) oder elektrisch

Zwei dokumentierte Systeme im Vergleich

Tragfähigkeit und Windfestigkeit lassen sich nur für ein bestimmtes Modell in einer bestimmten Größe angeben. Zwei Beispiele aus Herstellerunterlagen:

Angabe STOBAG Astano TR4520 Hard-Top Renson Camargue
Größte Abmessungen im Ausschreibungstext nicht genannt Spannweite bis 4.500 mm, Länge bis 6.200 mm (bis 7.060 mm unter Bedingungen, dann Spannweite höchstens 4.000 mm)
Schneelast bis 110 kg/m² Tragfähigkeit der Lamellen 200 kg/m²; zulässige Bodenschneelast laut Tabelle je nach Größe 112 bis 296 kg/m², berechnet für ein freistehendes Dach, Windlastzone 2
Wind Windwiderstandsklasse 4 geöffnet, bis 150 km/h geschlossen (nach der Norm im Ausschreibungstext) Windgarantie bei geschlossenen Lamellen bis 160 km/h; Lamellen nur bis 50 km/h Wind bewegen
Entwässerung ein Ablauf bis 12 m² Lamellenfläche, zwei bis 24 m² ein Ablauf unter 16 m², zwei darüber
Quelle Ausschreibungstext, Stand Februar 2023 Produktinformation, Ausgabe 06/26

Die Zahlen gelten nur für diese beiden Modelle. Bei Renson fällt die zulässige Schneelast mit wachsender Fläche: Große Dächer erreichen den Spitzenwert der Tabelle nicht. Welche Last am eigenen Standort anzusetzen ist, folgt aus Schneelastzone und Geländehöhe nach DIN EN 1991-1-3 mit nationalem Anhang; der Statiker oder der Hersteller rechnet das für das Objekt nach. Eine Gleichsetzung wie „60 kg/m² entsprechen Schneelastzone 1 bis 2" gibt es nicht.

Kosten: Richtwerte für 4×3 m

Aroundhome nennt in seinem Ratgeber (aktualisiert am 2. Juli 2026) Durchschnittswerte für ein Lamellendach mit 4×3 m und 2,50 m Höhe ohne Montage:

  • Aluminium, freistehend, Handkurbel: ab 2.000 €
  • Aluminium, Wandmontage, elektrisch: ab 4.700 €
  • Aluminium, freistehend, elektrisch mit Sensoren: ab 7.700 €
  • Glaslamellen, Wandmontage, elektrisch: ab 10.000 €

Mit Montage und Fundament nennt der Ratgeber für ein elektrisches Aluminiumdach ab etwa 8.000 €, mit Wettersensoren mindestens 11.000 €, für Premium- und Solarvarianten ab 25.000 € (Aroundhome, Lamellendach-Kosten). Das sind Ausgangswerte; belastbar ist erst ein Angebot für das konkrete System mit Fundament, Elektroanschluss und Montage.

Genehmigung

Ob ein Lamellendach oder Terrassendach genehmigungsfrei ist, regelt das Bauordnungsrecht des Landes: Es unterscheidet nach Größe, Anbindung an das Haus, Lage auf dem Grundstück und Art der Überdachung, und die Freistellungsgrenzen sind von Land zu Land verschieden. Hinzu kommen die Festsetzungen des Bebauungsplans, etwa Baugrenzen und Abstandsflächen zur Grundstücksgrenze. Auch eine genehmigungsfreie Überdachung muss diese Vorgaben einhalten.

Der Weg: In der Landesbauordnung des Bundeslands den Abschnitt zu verfahrensfreien Vorhaben aufschlagen, den Bebauungsplan bei der Gemeinde einsehen und bei Unklarheit eine Voranfrage beim Bauamt stellen.

Anbieter

Hersteller wie Weinor, Warema, Renson, STOBAG oder Soliso bieten Lamellendächer als geprüfte Systeme mit Unterlagen zu Schneelast, Wind und Entwässerung an. Metallbaubetriebe fertigen auch individuell; hier sollten die gleichen Angaben - Tragfähigkeit, Windfestigkeit, statischer Nachweis - schriftlich vorliegen. Bei Bausätzen aus dem Online-Handel fällt die Montage auf den Käufer oder einen beauftragten Handwerker; die Verankerung im Fundament bleibt auch hier Teil des Nachweises.

Erweiterungen

  • LED-Beleuchtung: Bei STOBAG lassen sich bis zu drei Lamellen mit einem LED-Lichtband ausstatten (warmweiß oder RGBW), dazu eine Beleuchtung an der Wasserrinne.
  • Seitenelemente: Zip-Screens als Wind- und Sichtschutz, mehr unter Zip-Screen.
  • Heizstrahler und Sensoren: Heizstrahler gehören an die dafür vorgesehenen Befestigungspunkte des jeweiligen Systems. Wettersensoren schließen elektrische Modelle bei Regen selbstständig; bei manuellen Modellen müssen die Lamellen von Hand verstellt werden.

Pflege und Winterbetrieb

  • Reinigung und Wartung: nach der Pflegeanleitung des Herstellers. Wasserabläufe in den Stützen oder Rinnen frei von Laub halten, damit das Wasser abfließen kann.
  • Verankerung: Schraubverbindungen am Wandanschluss und an den Stützen nach den Wartungshinweisen des Herstellers prüfen.
  • Schnee und Frost: Ob die Lamellen bei Schneefall offen oder geschlossen stehen sollen, ob geräumt werden darf und wie bei Frost zu verfahren ist, legt die Bedienungsanleitung des Systems fest. Das Renson-Datenblatt etwa gibt als Grenze für das Bewegen der Lamellen 50 km/h Wind an; zur Stellung der Lamellen bei Schnee macht es keine Aussage. Ein Lamellendach ist nicht begehbar, zum Räumen gehört daher geeignetes Werkzeug und im Zweifel eine Rückfrage beim Hersteller.

Häufige Fragen zum Lamellendach

Was kostet ein Lamellendach für 3×4 m? ▼

Aroundhome nennt in seinem Ratgeber (aktualisiert am 2. Juli 2026) als Durchschnittswerte für 4×3 m ohne Montage: Aluminium mit Handkurbel ab 2.000 €, Aluminium elektrisch bei Wandmontage ab 4.700 €, freistehend elektrisch mit Sensoren ab 7.700 €. Mit Montage und Fundament liegt ein elektrisches Aluminiumdach ab etwa 8.000 €. Verbindlich ist nur ein Angebot für das konkrete System.

Braucht ein Terrassendach eine Baugenehmigung? ▼

Das regelt die Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslands. Freistellungsgrenzen, Anforderungen an Abstandsflächen und Festsetzungen des Bebauungsplans unterscheiden sich von Land zu Land und von Gemeinde zu Gemeinde. Eine Voranfrage beim Bauamt klärt es vor dem Kauf.

Kann ein Terrassendach ganzjährig genutzt werden? ▼

Das hängt von System und Ausstattung ab. Geschlossene Lamellen schützen vor Regen; Wind- und Schneelast muss das Dach für den Standort tragen, und Heizstrahler oder Seitenelemente müssen für das System freigegeben sein. Die Herstellerunterlagen des Modells nennen die Grenzen.

Wie viel Schnee hält ein Lamellendach aus? ▼

Das hängt von Modell und Größe ab. Der STOBAG-Ausschreibungstext zum Astano TR4520 nennt bis 110 kg/m². Renson gibt für die Camargue eine Lamellentragfähigkeit von 200 kg/m² an; die zulässige Bodenschneelast in der Tabelle des Datenblatts liegt je nach Größe zwischen 112 und 296 kg/m². Welche Last am Standort anzusetzen ist, ergibt sich aus Schneelastzone und Geländehöhe.

Wie ist ein Lamellendach im Winter zu bedienen? ▼

Nach der Bedienungsanleitung des Herstellers. Sie legt fest, ob die Lamellen bei Schnee offen oder geschlossen stehen sollen, wie bei Frost zu verfahren ist und ob geräumt werden darf. Pauschale Regeln lassen sich nicht auf alle Systeme übertragen.

Hausbau Journal Redaktion

Der unabhängige Hausbau-Ratgeber für private Bauherren in Deutschland. Recherchiert aus Primärquellen, ergänzt durch eigene Bauerfahrung. Mehr über die Redaktion →