Was bedeutet KfW 298 beim Hausbau?
KfW 298 fördert klimafreundliche Neubauten und Erstkäufe von Wohngebäuden oder Wohneinheiten in Deutschland - immer dann, wenn der Antragsteller selbst nicht in der geförderten Einheit wohnt. Inhaltlich ist das Programm gleich zu KfW 297 aufgebaut, die KfW unterscheidet rein über die Programmnummer zwischen Selbstnutzern (297) und Nicht-Selbstnutzern (298).
- Antragsberechtigt: natürliche Personen ohne Selbstnutzung (z.B. Kapitalanleger, Vermieter), Wohneigentumsgemeinschaften, Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR), Einzelunternehmen, Freiberufler, Unternehmen einschließlich kommunaler Unternehmen, sonstige juristische Personen des Privatrechts einschließlich Wohnungsbaugenossenschaften, gemeinnützige Organisationen und Kirchen sowie Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts wie Kammern oder Verbände. Ausgeschlossen sind Bund und Länder; kommunale Gebietskörperschaften, Gemeindeverbände und Zweckverbände sind im Programm 498 „Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude - Kommunen“ antragsberechtigt.
- Drei Förderstufen: „Klimafreundliches Wohngebäude“ (Effizienzhaus 40 und Treibhausgas-Anforderung im Lebenszyklus), dasselbe mit QNG-Siegel und befristet bis längstens 31.12.2026 „Effizienzhaus 55 - Wohngebäude“ (mit gültiger Baugenehmigung bei Antrag).
- Kreditbetrag: bis 100.000 EUR je Wohneinheit für EH55 und EH40 ohne QNG, bis 150.000 EUR je Wohneinheit für EH40 mit QNG.
- Laufzeit: mindestens 4, höchstens 35 Jahre, Zinsbindung höchstens 10 Jahre, je nach Laufzeitvariante 1 bis 5 tilgungsfreie Jahre oder endfällig bis 10 Jahre. Kein Tilgungszuschuss.
- Heizung: keine Wärmeerzeuger auf Basis fossiler Energie, in den Stufen auf Effizienzhaus-40-Basis zusätzlich keine Biomasse.
Für Mehrfamilienhäuser kann der Antragsteller alle Wohneinheiten mit Programmnummer 298 fördern lassen. Wer eine Einheit selbst bewohnt und die übrigen vermietet, kann zwei Anträge stellen: KfW 297 für die eigene Einheit, KfW 298 für die vermieteten. Bei Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung oder Doppelhaus reicht ein Antrag unter KfW 297, sofern mindestens 50 Prozent der Einheiten selbst bewohnt werden.
Warum ist KfW 298 wichtig für Bauherren?
KfW 298 ist die richtige Programmnummer, wenn ein Wohngebäude oder eine Wohneinheit ausschließlich vermietet, im Bestand einer WEG oder im Eigentum einer GbR beziehungsweise eines Unternehmens errichtet wird. Wer das geförderte Objekt selbst bewohnen will, beantragt stattdessen KfW 297. Für neue Wohngebäude kommunaler Gebietskörperschaften ist das Programm 498 zuständig, für Nichtwohngebäude gibt es eigene Programme der Familie Klimafreundlicher Neubau. Grundlage: KfW-Merkblatt 297/298, Stand 07/2026, und die FAQ der KfW-Produktseite 297/298, abgerufen am 20.10.2026.
Beispiel
Ein Wohnungsunternehmen errichtet ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten zur Vermietung, als Klimafreundliches Wohngebäude mit QNG-Siegel: KfW-298-Darlehen bis 150.000 EUR pro Wohneinheit, in Summe bis 1,2 Millionen EUR Förderkredit, höchstens bis zu den förderfähigen Kosten. Antrag vor Abschluss der Bauverträge über einen Finanzierungspartner, Bestätigung zum Antrag durch einen Energieeffizienz-Experten, dazu eine Beraterin oder ein Berater für Nachhaltigkeit und eine QNG-Zertifizierungsstelle. Ab 700.000 EUR Kreditbetrag sind Aufträge nach wettbewerblichen Gesichtspunkten zu vergeben, möglichst mit mindestens drei Angeboten.
Verwandte Begriffe
- KfW 297 - inhaltsgleiches Programm für Selbstnutzer
- KfW 296 - Klimafreundlicher Neubau Niedrigpreissegment
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