Was bedeutet Recyclingbeton beim Hausbau?
Recyclingbeton (R-Beton) wird nach DIN EN 206 in Verbindung mit DIN 4226-100 hergestellt. Der RC-Anteil bestimmt die zulässige Festigkeitsklasse und den Einsatzbereich. Zwei Hauptklassen:
- RC-1: Gesteinskörnungen aus Betonabbruch, bis 25 % RC-Anteil. Alle Festigkeitsklassen bis C50/60 zulässig - keine Einschränkungen gegenüber Normalbeton für Expositionsklassen XC bis XD.
- RC-2: Gemischte Gesteinskörnungen (Beton + Ziegel + Mauerwerk), bis 25 % RC-Anteil. Festigkeitsklassen bis C30/37, Expositionsklassen eingeschränkt - nicht für wasserangreifende Umgebungen (XA) geeignet.
Einsatz im EFH: Bodenplatte (XC2-XC3): RC-1 bedingt geeignet; Kellerdecke: RC-1 möglich; tragende Wände: RC-1 möglich bis C30/37. Kelleraußenwände bei Wasserdruck: RC-Beton nur eingeschränkt (Bimsstein-Problematik bei Durchfeuchtung). Für Schwarze-Wanne oder Weiße-Wanne: kein RC-Beton ohne Detailprüfung.
Warum ist Recyclingbeton wichtig für Bauherren?
Die Zementherstellung verursacht ca. 8 % der globalen CO₂-Emissionen. Recyclingbeton reduziert den Primärrohstoffbedarf und verwertet Abbruchmaterial. Für Bauherren mit Nachhaltigkeitsfokus ist RC-Beton ein konkretes Mittel, den ökologischen Fußabdruck der Bodenplatte oder Kellerdecke zu reduzieren.
Kosten: RC-Beton ist in der Regel 0-5 % günstiger als Primärbeton (Rohstoffersparnis weitergegeben). Verfügbarkeit regional unterschiedlich - nicht überall am Markt.
Beispiel
Bodenplatte EFH 100 m², Dicke 20 cm: ca. 20 m³ Beton. Bei RC-1-Anteil 25 % (5 m³ RC-Gesteinskörnung statt Primärkies): CO₂-Einsparung ca. 150-200 kg CO₂ gegenüber Primärbeton. Kosten: nahezu gleich. Voraussetzung: Ausschreibung mit RC-Anforderung und Verfügbarkeit beim Betonwerk prüfen.
Verwandte Begriffe
- Nachhaltige Baustoffe - Recyclingbeton im Gesamtkontext
- Bodenplatte - typischer Einsatzort für Recyclingbeton
- Cradle to Cradle - Kreislaufwirtschaft als Konzept hinter Recyclingbeton
- Weiße Wanne - wasserdichte Konstruktion, RC-Beton kritisch prüfen