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Glossar

Cradle to Cradle

Stand: 30. April 2026

Was bedeutet Cradle to Cradle beim Hausbau?

Das C2C-Konzept wurde von dem Architekten William McDonough und dem Chemiker Michael Braungart entwickelt und ist durch das Buch „Cradle to Cradle: Remaking the Way We Make Things" (2002) bekannt geworden. Im Gegensatz zum linearen Wirtschaftsmodell (Cradle to Grave: herstellen, nutzen, entsorgen) schließt C2C alle Materialkreisläufe.

Im Hausbau bedeutet C2C: Baustoffe werden so entwickelt, dass sie nach dem Gebäude-Rückbau entweder biologisch abbaubar sind (Dämmstoffe aus Zellulose, Hanf) oder technisch vollständig in gleicher Qualität recycelt werden können (Aluminiumfassaden, sortenreine Kunststoffe). C2C-zertifizierte Produkte (durch das Cradle to Cradle Products Innovation Institute) tragen ein Zertifikat in fünf Kategorien: Materialgesundheit, Materialverwertung, Erneuerbare Energien, Wassermanagement, soziale Gerechtigkeit.

Warum ist C2C wichtig für Bauherren?

C2C ist noch ein Nischenthema, gewinnt aber Bedeutung bei Förderprogrammen mit Nachhaltigkeitsbonus (KfW NH-Klasse) und bei Käufern, die den ökologischen Fußabdruck ihres Hauses minimieren wollen. Praktisch schwierig: Gebäude bestehen aus Hunderten von Materialien und Verbundwerkstoffen - ein zu 100 % C2C-konformes Haus ist kaum realistisch. Sinnvoller ist eine selektive Anwendung bei gut austauschbaren Bauteilen wie Dämmstoffen oder Bodenbelägen.

Beispiel

C2C-konforme Außendämmung mit Holzweichfaser: biologisch abbaubar, aus nachwachsendem Rohstoff, nach Rückbau kompostierbar. Vergleich konventionelle EPS-Dämmung: günstig, aber petrochemisch und nicht recyclingfähig in gleicher Qualität. Mehrkosten Holzweichfaser gegenüber EPS: 20-40 % - für Bauherren mit Nachhaltigkeitsfokus oft vertretbar.

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Hausbau Journal Redaktion

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