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Glossar

Hanfdämmung

Stand: 30. April 2026

Was bedeutet Hanfdämmung beim Hausbau?

Hanfdämmplatten und -matten bestehen aus den Bastfasern von Nutzhanf (Cannabis sativa L.), meist mit einem Polyesterfaser-Anteil von 10-15 % zur Formstabilität. Wärmeleitfähigkeit: λ = 0,038-0,045 W/(mK) - ähnlich wie Glaswolle (0,032-0,040). Die Wärmespeicherfähigkeit ist deutlich besser: Hanf speichert sommerliche Hitze länger, was bei gut gedämmten Dächern den Hitzeschutz verbessert.

Hanfdämmung ist von Natur aus diffusionsoffen (μ-Wert 1-2 vs. Styropor ~30-150). Das bedeutet: Feuchtigkeit kann durch die Dämmschicht diffundieren und wird nicht eingeschlossen. Bei konstruktiv richtiger Ausführung kommt die Dämmung ohne Dampfbremse aus - oder mit einer dampfbremsenden, nicht -sperrenden Folie.

Einsatzbereiche: Dachsparrendämmung (zwischen und unterseitig), Holzrahmenwände, Trennwände, Decken. Nicht geeignet für: Perimeterdämmung (erdberührt), Außenputz-Verbundsysteme (WDVS).

Warum ist Hanfdämmung wichtig für Bauherren?

Hanf ist nachwachsend und CO₂-bindend: Hanf wächst in 70-100 Tagen, bindet beim Wachstum ca. 400 kg CO₂/Tonne Fasern. Die Herstellung ist deutlich energieärmer als Mineralwolle oder EPS. Für Bauherren mit Fokus auf nachhaltiges Bauen ist Hanf ein authentisches Argument - nicht nur ein Marketingversprechen.

Kosten: 15-30 EUR/m² bei 12-16 cm Dicke - rund 2-3× teurer als Glaswolle vergleichbarer Stärke. Amortisierung über verbesserten Hitzeschutz, Raumklima und Wohngesundheit - schwer monetarisierbar.

Beispiel

Steildach Holzbau, Sparrentiefe 200 mm: Hanf-Zwischensparrendämmung 200 mm (λ 0,040) ergibt U-Wert ~0,18 W/(m²K). Zusätzlich 60 mm Hanf-Untersparrendämmung (Installationsebene): U-Wert ~0,12 W/(m²K) - GEG-konform (EH55 erfordert ≤ 0,14). Mehrkosten gegenüber Glaswolle: ca. 18 EUR/m² - bei 80 m² Dachfläche: ca. 1.440 EUR Aufpreis.

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