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Glossar

Weiße Wanne

Stand: 30. April 2026

Was bedeutet Weiße Wanne beim Hausbau?

WU-Beton (wasserundurchlässiger Beton) nach WU-Richtlinie des DAfStb hat sehr geringe Wasserdurchlässigkeit durch niedrigen w/z-Wert (Wasser-Zement-Verhältnis ≤ 0,45), dichtes Gefüge und ausreichende Betondeckung. Die Wasserundurchlässigkeit ist eine Systemeigenschaft der Gesamtkonstruktion - Bodenplatte + Wände müssen als System funktionieren.

Kritische Punkte der Weißen Wanne: Arbeitsfugen (zwischen Bodenplatte und Wand) und Dehnfugen. Hier sind Fugenbänder (Dichtungsbänder aus PVC oder Quellband) einzubauen. Rissbreiten müssen begrenzt werden: Bei Wasserbelastung darf die maximale Rissbreite 0,2 mm (WU-Klasse A) nicht überschreiten.

Abdichtungsklassen nach WU-Richtlinie: Klasse A (kein messbarer Wasserein- oder Wasserdurchtritt), Klasse B (geringe Feuchtigkeitserscheinungen zulässig). Für Wohnkeller fast immer Klasse A.

Warum ist die Weiße Wanne wichtig für Bauherren?

Bei hohem Grundwasserstand oder stark drückendem Wasser ist die Weiße Wanne die einzige zuverlässige Option. Die Schwarze Wanne versagt, wenn die Bitumenabdichtung perforiert wird oder sich ablöst - was beim Rückfüllen der Baugrube passieren kann. Die Weiße Wanne hat keinen vulnerablen Außenbelag - der Keller ist entweder dicht oder er ist es nicht.

Kosten: 8.000-15.000 EUR Mehrkosten gegenüber Standard-Keller mit Schwarzer Wanne (höhere Betonqualität, Fugenabdichtung, dickere Bewehrung). Bei Grundwasser zwingend erforderlich.

Beispiel

Bodengutachten zeigt: Grundwasserspiegel 1,5 m unter Geländeoberkante, Kellerunterkante 2,8 m unter GOK → 1,3 m Wasserdruckhöhe auf Bodenplatte. Schwarze Wanne ungeeignet (drückendes Wasser). Weiße Wanne: WU-Beton C30/37 XC4 XD1 WO, Wandstärke 25 cm, Bodenplatte 30 cm, Fugenbänder aus PVC an allen Arbeitsfugen. Statik überprüft auf Auftrieb. Mehrkosten ca. 12.000 EUR gegenüber Standard.

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