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Glossar

BORIS

Stand: 30. April 2026

Was bedeutet BORIS beim Hausbau?

BORIS steht für „Bodenrichtwert-Informationssystem". Es ist ein kartenbasiertes Online-Werkzeug, das die amtlichen Bodenrichtwerte aller Gemeinden und Stadtteile visualisiert. Nutzer können eine Adresse oder Koordinate eingeben und den gültigen Bodenrichtwert der betreffenden Zone ablesen.

Jedes Bundesland hat sein eigenes System, teils unter anderen Namen: BORIS-D (bundesweites Portal), BORIS NRW, BORIS-BW (Baden-Württemberg), BayernAtlas (Bayern) oder ähnliche Bezeichnungen. Die meisten sind kostenfrei und ohne Anmeldung zugänglich. Einige Portale zeigen auch historische Bodenrichtwerte der Vorjahre.

Die Daten werden von den Gutachterausschüssen der Kreise und kreisfreien Städte geliefert und in der Regel alle zwei Jahre aktualisiert.

Warum ist BORIS wichtig für Bauherren?

BORIS ist der erste Schritt bei jeder Grundstücksbewertung. Bevor ein Kaufpreis-Angebot beurteilt werden kann, sollte der Bodenrichtwert der Lage bekannt sein. Liegt das Angebot 50 % über dem Richtwert? Ist das für die Region typisch? Oder ist das Grundstück überbewertet?

BORIS liefert keine Kaufpreisempfehlung, sondern einen statistischen Durchschnittswert. Trotzdem ist es das kostengünstigste Werkzeug für eine erste Einschätzung - kostenfrei, amtlich und für ganz Deutschland verfügbar.

Beispiel

Grundstücksangebot in Hannover-List: 280.000 EUR für 350 m². Preis je m² = 800 EUR. BORIS-Abfrage für diese Lage zeigt Bodenrichtwert 650 EUR/m². Das Angebot liegt 23 % über dem Richtwert - in gefragten Lagen durchaus üblich, aber ein Verhandlungsargument. Zum Vergleich: Hannover-Nordstadt BORIS-Richtwert 900 EUR/m² - dort wäre das Angebot günstig.

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