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Holzbauweise

Massivholzhaus mit Brettsperrholz - CLT und KLH erklärt

Vollflächig massive Wände aus kreuzweise verleimten Holzlagen, höchste CO2-Speicherung, beste Speichermasse aller Holzbauweisen.

Hausbau Journal Redaktion
Stand: 27. April 2026 15 Min Lesezeit
Massivholzhaus mit sichtbarem Brettsperrholz
Brettsperrholz: kreuzweise verleimte Holzlagen, vollflächig massiv, sichtbar im Innenraum möglich.
2.700 - 3.200 €
pro m² schlüsselfertig je nach Sichtholz-Anteil
180 - 250 kg
Speichermasse pro m² Wand vs. 50 - 80 kg Holzrahmenbau
100 - 150 J.
Lebensdauer kalkuliert bei konstruktivem Holzschutz

Was ist ein Massivholzhaus?

Ein Massivholzhaus ist eine Holzbauweise, bei der die tragenden Wände, Decken und Dächer aus vollflächig massiven Brettsperrholz-Platten bestehen. Anders als beim Holzrahmenbau, wo die Tragstruktur aus einzelnen Stielen mit Dämmstoff-Hohlräumen besteht, ist die Brettsperrholz-Wand selbst tragend, schubfest und massiv.

Brettsperrholz (BSP, internationaler Begriff Cross Laminated Timber CLT, österreichischer Markenname KLH) wird in Werkshallen aus Fichten- oder Tannenholz hergestellt: einzelne Bretter werden kreuzweise zu drei, fünf oder sieben Lagen verleimt. Die fertigen Platten kommen mit bis zu 16 Meter Länge und 3 Meter Breite zur Baustelle, werden mit Kran aufgestellt und über vorgefertigte Verbindungen miteinander verbunden.

CLT und KLH erklärt

Die zwei verbreitetsten Begriffe sind technisch identisch:

CLT (Cross Laminated Timber)

Englischer Begriff, international Standard. Wird auch in deutschen Ingenieur-Texten und DIN-Normen verwendet. Anbieter: Stora Enso (Finnland/Österreich), Mayr-Melnhof Holz (Österreich), Binderholz (Österreich, mit BBS als Markenname).

KLH (Kreuzlagenholz)

Markenname der österreichischen KLH Massivholz GmbH (Kärnten). KLH war einer der Pioniere der Brettsperrholz-Industrie und hat die Marke so etabliert, dass sie oft als Synonym verwendet wird. Andere Hersteller verwenden eigene Markennamen: BSP, BBS, LIVING.

Aufbau der Brettsperrholz-Platten

Brettsperrholz besteht aus 3, 5 oder 7 Lagen einzelner Bretter (typisch 20 bis 40 mm dick), die kreuzweise zueinander angeordnet und mit PUR-Klebstoff (Polyurethan) verleimt werden. Die kreuzweise Anordnung gibt der Platte Schub-Festigkeit in beide Richtungen, was sie vollflächig tragfähig macht. Übliche Plattendicken: 80 mm (3-lagig), 100, 120, 140, 160, 180 und 240 mm (5- bzw. 7-lagig).

Wandaufbau im Detail

Standard-Wandaufbau Massivholzhaus (Außenwand, KfW-EH 55)

  1. Innen: Brettsperrholz-Wand sichtbar oder mit Trockenbau-Vorsatzschale. 10 bis 14 cm BSP, optional Sichtholz-Qualität
  2. Optional: Installationsebene. Trockenbau-Vorsatzschale 4 bis 6 cm für Elektro/Sanitär
  3. Außenseite: Holzfaser-Dämmung. 14 bis 22 cm Holzfaser-Putzträger oder Mineralwoll-Dämmung
  4. Witterungsschutz: dampfdiffusionsoffene Folie
  5. Außenputz oder Vorhangfassade. Mineralputz oder Holz-Vorhangfassade

Im Vergleich zum Holzrahmenbau wird bei Massivholzhaus die Hohlraum-Dämmung im Tragwerk durch eine massive Holzwand ersetzt. Die Außendämmung wird dadurch dicker, der Gesamtaufbau bleibt aber ähnlich (28 bis 36 cm Wandstärke).

Sichtbare Innenoberfläche

Eine architektonische Stärke des Massivholzhauses ist die Möglichkeit, die Innenoberfläche der Brettsperrholz-Wand sichtbar zu lassen. Optionen:

  • Sichtfläche Standard. Fichte gehobelt, mit naturfarbener Lasur. Aufpreis 8 bis 15 Prozent
  • Sichtfläche Premium. Lärche, Eiche, Esche - aufwändige Oberflächenbearbeitung, gebürstet oder geölt. Aufpreis 15 bis 30 Prozent
  • Weiße Beschichtung. Brettsperrholz mit weißer Lackierung wirkt heller, modernen Innenarchitektur-Stil. Aufpreis 5 bis 12 Prozent

Bauphysik und Eigenschaften

Wärmespeichermasse

Eine 12 cm dicke Brettsperrholz-Wand hat eine Speichermasse von rund 200 kg pro m² Wandfläche - vergleichbar mit 17,5 cm Kalksandstein. Im Sommer puffert die Wand die Hitze, verzögert den Wärmeeintrag um 8 bis 12 Stunden. Damit ist Massivholzhaus deutlich sommertaugfähiger als Holzrahmenbau (50 bis 80 kg/m² Speichermasse).

Schalldämmung

Brettsperrholz dämpft Luftschall durch seine Masse: 12 cm BSP-Wand erreicht 45 bis 50 dB Luftschalldämmung. Mit zusätzlicher Vorsatzschale 55 bis 60 dB - das entspricht den DIN-4109-Anforderungen für hochwertigen Wohnungsbau. Trittschall in BSP-Decken ist anspruchsvoller: ohne schwimmenden Estrich überträgt die massive Holzdecke Schritt-Schall sehr gut. Mit Estrich-Dämmkonstruktion sind aber gute Werte erreichbar.

Brandschutz

Massivholz hat hervorragenden Brandschutz: 12 cm Brettsperrholz hat ohne weitere Bekleidung F60 (60 Minuten Feuerwiderstand). Die äußere Verkohlungs-Schicht (rund 0,7 mm pro Minute Brand) schützt den Kern, der seine Tragfunktion behält. Mit Bekleidung sind F90 und höher erreichbar.

Diffusionsoffenheit

Brettsperrholz ist diffusionsoffen - Wasserdampf wandert durch das Holz von innen nach außen ab. Eine Dampfsperre ist meist nicht nötig, im Gegensatz zum Holzrahmenbau. Das vereinfacht die Konstruktion und reduziert Risiko von Bauphysik-Fehlern bei der Folien-Verklebung.

Kosten 2026 im Detail

Beispielrechnung für 140 m² EFH in Massivholz-Bauweise mit teilweise sichtbarem Brettsperrholz, KfW-EH 55-Standard:

Kostenaufteilung Massivholzhaus 140 m²

PositionAnteilKosten in €
Bodenplatte6 %24.500
Brettsperrholz Wand-, Decken-, Dachelemente32 %131.000
Außendämmung (Holzfaser)9 %37.000
Außenputz oder Holz-Vorhangfassade7 %28.500
Fenster (3-fach verglast)9 %37.000
Heizung und Lüftung10 %40.500
Sanitär und Elektro11 %45.000
Innenausbau (Estrich, Bodenbeläge, Türen)13 %53.000
Sonstiges (Maler, Sichtholz-Behandlung)3 %13.500
Gesamt schlüsselfertig100 %410.000

Stand: April 2026. Werte ohne Grundstück und Außenanlagen.

Aufpreise

  • Vollständig sichtbares Brettsperrholz. +8 bis 15 Prozent (kein Innenausbau-Putz)
  • Premium-Sichtholz Lärche oder Eiche. +15 bis 30 Prozent
  • KfW-EH 40 statt EH 55. +18.000 bis 28.000 Euro
  • Passivhaus-Standard. +35.000 bis 60.000 Euro

Anbieter in Deutschland

Brettsperrholz-Hersteller

  • KLH Massivholz (Österreich, Vertrieb DE). Marktführer für Brettsperrholz, Standardprodukt mit höchster Qualität
  • Stora Enso CLT. Internationaler Konzern, Werke in Österreich und Tschechien, in ganz DE verfügbar
  • Binderholz BBS. Österreichischer Hersteller mit eigenem Markenname „Brettsperrholz BBS"
  • Mayr-Melnhof Holz LiVING. Österreichische Holzgruppe
  • Pfeifer Group. Tiroler Hersteller, in ganz Mitteleuropa aktiv

Bauunternehmen mit Massivholz-Spezialisierung

  • HUF Haus. Premium-Anbieter aus dem Westerwald, Fachwerk-Optik mit Massivholz-Kombination, ab 3.500 Euro pro m²
  • Rubner Haus. Südtiroler Anbieter, hochwertige Massivholzhäuser auch als individuelle Architekt-Planung
  • Fertighaus Weiss. Deutsche Marke mit Massivholz-Variante
  • Schwörer Sentinel. Premium-Linie von Schwörer Haus mit Brettsperrholz-Option
  • Bauer Holzbau, Saurer Holzbau, Dietrich Bau. Regionale Spezialisten mit eigenem Architekten-Know-how

Förderung und Klimabonus

Massivholzhäuser sind 2026 besonders stark gefördert, weil sie alle nachhaltige-Rohstoff-Kriterien erfüllen:

  • KfW 297/298. Klimafreundlicher Neubau mit Tilgungszuschuss bis 12,5 Prozent (mehr im Artikel KfW 297/298)
  • Bayern Holzbauförderung. 1.500 Euro pro m³ verbautes Holz, max. 12.000 Euro
  • Baden-Württemberg Holz Innovativ. 5.000 Euro Festbetrag
  • NRW Klimaschutz. Bis 8.000 Euro Bonus für Massivholz
  • Berlin IBB-Holzbauprämie. 1.000 Euro pro m³ Holz, max. 10.000 Euro

Im Mehrgenerationenhaus (Vermietung der Einliegerwohnung) zusätzlich 5 Prozent erhöhte AfA für die ersten 6 Jahre möglich.

Vor- und Nachteile in der Übersicht

Vorteile Massivholzhaus

  • Höchste CO2-Speicherung. Pro m² Wand werden 180 bis 250 kg Holz verbaut, das CO2 für 100+ Jahre bindet
  • Hervorragende Speichermasse. Sommer-Hitze wird 8 bis 12 Stunden verzögert
  • Sichtbare Innenoberfläche möglich. Designerische und spürbare Wohnklima-Aufwertung
  • Diffusionsoffener Aufbau. Weniger Bauphysik-Risiko als Holzrahmen mit Folien
  • Hervorragender Brandschutz. 12 cm BSP hat F60 ohne weitere Bekleidung
  • Sehr gute Tragfähigkeit. Mehrgeschosser bis 8 Geschosse möglich
  • Schalldämmung gut. 45 bis 50 dB ohne Vorsatzschale
  • Klimabonus-Förderung. Hohe Holz-Mengen pro m² maximieren Förderbeträge

Nachteile Massivholzhaus

  • Höhere Baukosten. 200 bis 400 Euro pro m² über Holzrahmenbau
  • Wenige Anbieter. Spezialisiertes Marktsegment mit überschaubarer Auswahl
  • Längere Bauzeit als Holzrahmen. 8 bis 11 Monate ab Bodenplatte
  • Schwertransport nötig. Brettsperrholz-Platten kommen mit 30 bis 40 Tonnen pro LKW, Anlieferung an enge Bauplätze schwierig
  • Trittschall-Problematik in Decken. Aufwand für schwimmenden Estrich höher als bei Holz-Beton-Verbund-Decken

Massivholzhaus vs. andere Bauweisen

Vergleiche zu anderen Bauweisen finden sich in den Artikeln: Holzrahmenbau als günstigere Alternative im Holzbau, Holzhaus vs. Massivhaus für Lebenszyklus-Vergleich.

Finanzierung beim Massivholzhaus

Banken bewerten Massivholzhäuser 2026 ähnlich wie Massivhäuser - der Beleihungsauslauf ist meist nicht reduziert. Bei Klima-Tarifen einiger Vermittler (Interhyp Klima-Tarif, Dr. Klein Nachhaltigkeits-Tarif) gibt es 0,05 bis 0,15 Prozent günstigere Konditionen für nachhaltige Bauweisen. Mehr im Artikel Baufinanzierung 2026.

Lebenszyklus über 100 Jahre

Brettsperrholz hat eine kalkulierte Lebensdauer von 100 bis 150 Jahren bei korrektem konstruktivem Holzschutz. Wartungs-Zyklen:

  • Außenputz oder Holzfassade. Renovierung alle 25 bis 35 Jahre
  • Tragwerk Brettsperrholz. Keine Wartung über die Lebensdauer, vorausgesetzt es bleibt trocken
  • Dichtungen Fenster und Dach. Erneuerung alle 25 bis 40 Jahre
  • Sichtholz-Innenoberfläche. Bei Bedarf alle 15 bis 25 Jahre Neu-Lasur oder Neu-Lackierung, bleibt sonst über die Lebensdauer schön
  • Heizung und Lüftung. Austausch alle 18 bis 25 Jahre, identisch zu allen anderen Bauweisen

Versicherung beim Massivholzhaus

Massivholzhäuser werden bei den meisten Wohngebäude-Versicherungen 2026 ohne Aufschlag versichert. Voraussetzung: konstruktiver Holzschutz dokumentiert (Bauphysik-Gutachten), korrekte Brandschutz-Konstruktion (F30 für EFH, F60 für mehrgeschossig), kein direkt wassergefährdender Bereich (Spritzwasser-Schutz, Dachüberstand). Versicherungs-Spezialisten für Massivholz: Versicherungskammer Bayern, Mailo Versicherung, Concordia. Bei Anbietern mit traditionell konservativer Risikobewertung (Generali, Allianz Standard) können dagegen 10 bis 20 Prozent Aufschläge berechnet werden - hier lohnt sich die Anbieter-Wahl.

Hybrid-Bauweise: Brettsperrholz mit anderen Materialien

In der Praxis werden Massivholzhäuser oft als Hybrid-Konstruktion ausgeführt. Häufige Kombinationen:

Brettsperrholz-Wände mit Beton-Decken

Bei Mehrgeschossern werden tragende Wände in Brettsperrholz, Geschossdecken in Stahlbeton oder Holz-Beton-Verbund ausgeführt. Vorteil: Trittschall-Probleme entschärft, höhere Schallschutzwerte, aber höhere CO2-Belastung durch Beton.

Beton-Treppenhaus mit Brettsperrholz-Wohnungen

Bei großen Wohnbauten ist das Treppenhaus oft in Beton ausgeführt (Brandschutz-Anforderungen, Aussteifung), die Wohnungs-Trennwände in Brettsperrholz. Diese Hybridbauweise ist Standard bei Holz-Hochhäusern wie dem Skaio in Heilbronn.

Brettsperrholz mit Vollholz-Sichtoberfläche

Statt einer industriellen Brettsperrholz-Sichtfläche kann eine zusätzliche Vollholz-Schicht (10 bis 25 mm Sichtholz, z.B. Lärche, Eiche) auf das Brettsperrholz aufgebracht werden. Vorteil: edlere Optik, Schichtholz-Brettsperrholz mit Holzart der Wahl. Nachteil: 30 bis 60 Prozent Aufpreis bei der Wand-Fertigung.

Bauphysik im Detail

Holzfeuchte und Quellverhalten

Brettsperrholz wird mit definierter Holzfeuchte (typisch 12 Prozent) verleimt und behält diese Feuchte im fertigen Bauteil. Bei normalen Wohnraum-Bedingungen (40 bis 60 Prozent Luftfeuchte) bleibt das Holz stabil. Schwankungen im Bauteil-Maß durch Quellverhalten sind im Brettsperrholz wegen der kreuzweisen Lagen-Anordnung deutlich geringer als bei Vollholz - typisch unter 1 Promille pro Lebenszyklus.

Wärmebrücken

Brettsperrholz ist bauphysikalisch besonders günstig, weil das homogene Material keine konstruktiven Wärmebrücken hat - im Gegensatz zum Holzrahmenbau, wo die Stiele eine geringere Dämmwirkung haben als der Hohlraum dazwischen. Wärmebrücken-Korrekturen in der Energiebilanz fallen niedrig aus, was die KfW-Energieausweis-Berechnung vereinfacht.

Akustik bei sichtbarem Brettsperrholz

Sichtbares Brettsperrholz reflektiert Schall stärker als bekleidete Wände - im Hörempfinden „hallig". In großen Räumen mit viel Sichtholz (Wohnzimmer, Treppenhaus) sollten gezielt schallabsorbierende Elemente eingebaut werden: Akustikputz an der Decke, Vorhänge, weiche Möbel, Akustikpaneele aus Filz oder Holzwolle. Mit diesen Maßnahmen entsteht ein angenehmes Raumklima trotz Sichtholz.

Geschichte des Brettsperrholzes

Brettsperrholz wurde Anfang der 1990er Jahre an der TU Graz und der Holzforschung Austria entwickelt. Die KLH Massivholz GmbH startete 1995 die industrielle Produktion in Österreich. Anfang der 2000er Jahre entstanden die ersten Brettsperrholz-Großbauten in Österreich und der Schweiz, darunter das siebengeschossige LCT One Office in Dornbirn (2012) und der achtgeschossige Wohnbau Forte in Melbourne (2013). In Deutschland verbreitete sich die Bauweise ab etwa 2005, anfangs vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. Heute ist Brettsperrholz die schnellst-wachsende Holzbauweise weltweit.

Bauablauf Schritt für Schritt

Werkplanung und Vorfertigung (10 - 14 Wochen)

Beim Massivholzhaus ist die Werkplanung sehr detailliert. Jede Wand-, Decken- und Dach-Platte wird einzeln vermaßt und CNC-gefräst, inklusive aller Aussparungen für Fenster, Türen, Installationen und Verbindungs-Elemente. Die Vorfertigung dauert 4 bis 8 Wochen.

Bodenplatte (4 - 6 Wochen)

Identisch zum Massivhaus mit besonderem Fokus auf Spritzwasser-Sockel: Brettsperrholz darf nicht direkt auf der Bodenplatte aufstehen, sondern auf einem 30 bis 50 cm hohen Beton-Sockel oder einem Schwellenholz, das durch eine Bitumen-Schicht geschützt ist.

Aufstellung der Brettsperrholz-Elemente (3 - 5 Tage)

Die Anlieferung erfolgt mit Schwertransportern (30 bis 40 Tonnen pro LKW). Vor Ort wird mit einem Schwerlast-Kran (60 bis 100 Tonnen Hubkraft) gearbeitet. Die Wand-Elemente werden am Schwellenholz oder Sockel über Schraub-Anker fixiert, untereinander mit System-Schrauben verbunden. In 3 bis 5 Tagen sind alle Außen- und Innenwände, alle Geschossdecken und der Dachstuhl errichtet.

Wetterhülle dicht (1 - 2 Wochen)

Außendämmung wird angebracht, Putz aufgetragen oder Holz-Vorhangfassade montiert. Fenster eingebaut. Nach 1 bis 2 Wochen ist das Haus wetterdicht.

Innenausbau (12 - 18 Wochen)

Sanitär- und Elektro-Rohinstallation in vorgefrästen Schlitzen oder in Trockenbau-Vorsatzschalen, schwimmender Estrich auf Trittschall-Dämmung, Bodenbeläge, Türen, Endmontagen. Bei sichtbarem Brettsperrholz entfällt der Innenputz und die Tapete - das spart 4 bis 8 Wochen Bauzeit.

Referenz-Bauprojekte in Deutschland

Brettsperrholz hat sich in Deutschland in mehreren prominenten Bauprojekten bewährt. Beispiele:

  • Skaio in Heilbronn (2019). Mit 10 Geschossen damals höchstes Holz-Hochhaus Deutschlands. Brettsperrholz-Bauweise mit Beton-Treppenhaus.
  • Roots Hamburg (2024). 19-geschossiges Wohnhochhaus in Hybrid-Bauweise mit Brettsperrholz und Beton, 65 Wohnungen.
  • Wagnis 4 München (2018). Genossenschaftliches Wohnhaus mit 5 Geschossen Brettsperrholz, 48 Wohnungen.
  • Holz-Hochhaus H8 Heidelberg. Studentenwohnheim, achtgeschossig, fertiggestellt 2022.

Diese Großbauten zeigen: Brettsperrholz ist als statisches Material vergleichbar leistungsfähig wie Stahlbeton, mit deutlich besserer Klimabilanz.

Welcher Bauherr passt zum Massivholzhaus?

Massivholzhaus passt zu Bauherren mit:

  • Klima-Bewusstsein und höherem Budget. Wer die maximale CO2-Speicherung will und 200 bis 400 Euro pro m² Aufpreis trägt
  • Wert auf Wohnklima. Wer von der hohen Speichermasse, der Diffusionsoffenheit und dem natürlichen Material profitieren will
  • Designerischen Anspruch an Sichtholz. Wer offene Holzoberflächen im Innenraum schätzt
  • Premium-Anspruch an Konstruktion. Wer eine massive, wertige Bauweise mit langer Lebensdauer will
  • Mut zur weniger verbreiteten Bauweise. Wer aus dem überschaubaren Anbieter-Markt einen Spezialisten findet

Checkliste: Massivholzhaus richtig planen

  • Sichtholz-Anteil festlegen. Welche Wände sichtbar, welche bekleidet
  • Brettsperrholz-Hersteller wählen. KLH, Stora Enso, Binderholz - Qualität bei allen vergleichbar
  • Anlieferungs-Logistik prüfen. Schwertransport-tauglicher Bauplatz, Kran-Platz nötig
  • Außendämmung dimensionieren. Holzfaser für ökologische Konsequenz, Mineralwolle für niedrigere Kosten
  • Trittschall-Konstruktion in Decken planen. 8 bis 12 cm schwimmender Estrich Pflicht
  • Klimabonus-Förderung beantragen. Bei Bayern, BW, NRW, Berlin lohnen sich 5.000 bis 12.000 Euro Bonus
  • Holz-Zertifikat sichern. FSC oder PEFC, oft Bedingung für Klimabonus
  • Sichtholz-Qualität spezifizieren. Standard, Premium oder weiße Beschichtung

FAQ - Massivholzhaus 2026

Was ist der Unterschied zwischen CLT und KLH?
CLT (Cross Laminated Timber) ist die englische und international übliche Bezeichnung für Brettsperrholz. KLH ist der Markenname des österreichischen Herstellers KLH Massivholz GmbH und steht für „Kreuzlagenholz". Technisch sind beide identisch: kreuzweise verleimte Holzlagen aus Brettern, die zu massiven Wand-, Decken- und Dachelementen verarbeitet werden. Andere Markennamen für das gleiche Produkt: Binderholz BBS, Stora Enso CLT, MM Holz LiVING.
Wie dick ist eine Brettsperrholz-Außenwand?
Die Brettsperrholz-Tragwand selbst ist 8 bis 30 cm dick, üblich für EFH sind 10 bis 14 cm. Mit zusätzlicher Außendämmung (typisch 14 bis 22 cm Holzfaser oder Mineralwolle) entsteht ein Gesamtwandaufbau von 26 bis 40 cm. Der U-Wert liegt bei 0,15 bis 0,22 W/(m²K). Im Innenraum kann die Brettsperrholz-Wand sichtbar bleiben - eine designerisch beliebte Option, weil Holzoberfläche das Wohnklima zusätzlich aufwertet.
Ist Massivholzhaus teurer als Holzrahmenbau?
Ja, deutlich. Massivholzhaus liegt bei 2.700 bis 3.200 Euro pro m² schlüsselfertig, Holzrahmenbau bei 2.300 bis 2.700 Euro pro m². Mehrkosten 200 bis 400 Euro pro m², bei einem 140-m²-EFH also 28.000 bis 56.000 Euro. Im Gegenzug: deutlich höhere Speichermasse, sehr gute Sommertaugfähigkeit, höhere CO2-Speicherung und massivere Gesamt-Konstruktion. Brettsperrholz ist die Premium-Variante des Holzbaus.
Kann Brettsperrholz auch im Innenraum sichtbar bleiben?
Ja, das ist eine der designerischen Stärken. Die innere Sichtfläche kann als Standard-Sichtholz (Fichte gehobelt), als Premium-Sichtschicht (Lärche, Eiche, Esche, gebürstet oder geölt) oder mit weißer Beschichtung ausgeführt sein. Sichtbares Brettsperrholz erspart Innenputz und Tapezieren, kostet aber 10 bis 20 Prozent Aufpreis bei der Wandfertigung. Bei klassischen Wand-Aufbauten kommt eine Trockenbau-Vorsatzschale für Installationen vor das Brettsperrholz.
Wie ist der Schallschutz im Massivholzhaus?
Deutlich besser als im Holzrahmenbau. Eine 12 cm dicke Brettsperrholz-Wand erreicht 45 bis 50 dB Luftschalldämmung, mit Vorsatzschale 55 bis 60 dB - vergleichbar mit Kalksandstein-Mauerwerk. Trittschall in Brettsperrholz-Decken ist allerdings ein Sonderthema: ohne schwimmenden Estrich auf Trittschall-Dämmung würde sich Schritt-Schall sehr gut übertragen. Mit korrekter Konstruktion (Fußbodenaufbau 8 bis 12 cm) sind aber gute Werte erreichbar.
Wie lange hält ein Massivholzhaus?
Brettsperrholz nach DIN 1052 hat eine kalkulierte Lebensdauer von 100 bis 150 Jahren. Voraussetzung: konstruktiver Holzschutz (Sockel über Spritzwasser, Dachüberstand, Belüftung der Fassade) und konstanter Innenraum-Luftfeuchte (40 bis 60 Prozent). Beispiele in Mitteleuropa: das Gebäude des Holzbau-Unternehmens HOLZBAU Saurer in Höchst (Vorarlberg) wurde 1962 in vergleichbarer Massivholz-Bauweise errichtet und ist über 60 Jahre später unverändert in Nutzung.
Hausbau Journal Redaktion

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