Was bedeutet Walmdach beim Hausbau?
Beim Walmdach laufen alle vier Dachflächen zu einem First zusammen (beim Vollwalm) oder das Walmdach hat einen kurzen First mit zwei Walmseiten (Halbwalm/Krüppelwalm). Die Walmflächen sind die dreieckigen Flächen an den kurzen Gebäudeseiten.
Vorteile gegenüber Satteldach: Kein Giebel = kein exponierter Windangriffspunkt. Besonders in windreichen Lagen (Küste, Mittelgebirge) bietet das Walmdach Vorteile bei der Windlast. Geringere Windlast bedeutet auch geringere Anforderungen an die Verankerung der Dachhaut. Optisch: klassisch, harmonisch, passt zu Villenarchitektur und traditionellen Siedlungen.
Nachteile: Mehr Kehlsparren, komplexere Sparrenlage, deutlich mehr Schnittkanten beim Dachdecker. 15-25 % mehr Kosten für Dachkonstruktion und Eindeckung gegenüber Satteldach. Dachgeschossausbau eingeschränkt durch schräge Walmflächen - nutzbare Fläche geringer als beim Satteldach gleicher Grundfläche.
Warum ist das Walmdach wichtig für Bauherren?
Walmdach ist oft im B-Plan vorgeschrieben für Gebiete mit traditionellem Ortscharakter oder in ländlichen Regionen. Wer ein Walmdach bauen will (oder muss), sollte die Mehrkosten von 15.000-30.000 EUR gegenüber Satteldach einplanen. Der begrenzte DG-Ausbau ist ein echtes Minus: Wer das DG als vollwertige Wohnfläche braucht, ist mit einem Satteldach besser bedient.
Beispiel
EFH 10 × 12 m, Walmdach 35°: Dachdecker-Mehrkosten gegenüber Satteldach ca. 8.000-12.000 EUR (mehr Fläche, mehr Kehlen, mehr Verschnitt). Zimmermannsarbeiten: ca. 5.000-8.000 EUR mehr. DG-Nutzfläche: ca. 45 m² (vs. 60 m² beim Satteldach mit gleichem Kniestock). Entscheidung: Wenn B-Plan Walmdach vorschreibt, keine Wahl. Sonst: Satteldach meist wirtschaftlicher.
Verwandte Begriffe
- Satteldach - die günstigere Alternative mit zwei Flächen
- Dachneigung - beim Walmdach an allen vier Flächen gleich
- Bebauungsplan - schreibt oft Dachform vor
- Kniestock - auch beim Walmdach wichtig für DG-Nutzbarkeit