Was bedeutet Baugrubenaushub beim Hausbau?
Bevor Fundament oder Keller gegossen werden kann, muss die Baugrube ausgehoben werden. Der Bagger trägt den Boden bis zur geplanten Fundamenttiefe ab - bei einer Bodenplatte typisch 0,8 bis 1,2 m, bei einem Keller 2,5 bis 3,5 m unter GOK (Geländeoberkante).
Die Böschungswinkel der Baugrube richten sich nach der Bodenklasse: In lockerem Sand (Klasse 3) muss flacher geböscht werden als in bindigem Lehm (Klasse 4-5). Bei sehr tiefen Gruben oder instabilem Boden ist eine Verbauung (Spundwand, Berliner Verbau) notwendig, die erhebliche Mehrkosten verursacht.
Das Aushubmaterial muss abtransportiert oder auf dem Grundstück zwischengelagert werden. Schadstoffbelasteter Boden (Altlasten) erfordert besondere Entsorgung und kann die Kosten vervielfachen.
Warum ist der Baugrubenaushub wichtig für Bauherren?
Der Aushub ist im Bauträger-Festpreis oft nur bis einer bestimmten Bodenklasse enthalten. Wer in einer Region mit hartem Untergrund baut (Fels, Klasse 6-7), zahlt erhebliche Mehrkosten. Das Bodengutachten klärt die Bodenklasse vor Vertragsabschluss - und damit die Kostenrisiken.
Auch die Frage der Aushub-Zwischenlagerung auf dem Grundstück ist zu klären: Hat man Platz? Wird ein Teil für die spätere Geländegestaltung wiederverwendet? Was geht zur Deponie - mit welchen Entsorgungskosten?
Beispiel
Einfamilienhaus mit 120 m² Grundfläche, Bodenplatte, Aushubtiefe 1,0 m: Aushubvolumen ca. 180 m³ (inkl. Böschungsüberschnitt). Bei Bodenklasse 3-4: Kosten 3.000 bis 6.000 EUR. Bei Bodenklasse 6 (Fels): 15.000 bis 40.000 EUR Mehrkosten. Entsorgungskosten für Aushubmaterial je nach Region 8 bis 25 EUR pro m³.
Verwandte Begriffe
- Bodenklasse - bestimmt Aufwand und Kosten des Aushubs
- Bodengutachten - klärt Bodenklasse vor Baubeginn
- Erdarbeiten und Fundament - ausführlicher Artikel zur Bauphase
- Bodenplatte - häufige Alternative zum Keller