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Haustechnik

Verteilerschrank - Aufbau, Grösse, Bestückung 2026

Reihenanzahl, RCD/RCBO-Bestückung, KNX-Integration und Wallbox-Anbindung im Verteilerschrank des Einfamilienhauses 2026.

Hausbau Journal Redaktion
Stand: 29. April 2026 17 Min Lesezeit
Geöffneter Hausverteiler mit Sicherungsautomaten und FI-Schaltern
Verteilerschrank im EFH: 4-reihig mit RCBO-Bestückung, KNX-Aktoren und 30 Prozent Reserve.
96 TE
Standard 4-reihig140 m² EFH
30 %
Reservefreie Plätze
2.500-4.000 €
Material nettoStandard-Bestückung

Aufgabe und Aufbau des Verteilerschranks

Der Verteilerschrank (auch Wohnungsverteilung, Hauptverteilung, Stromverteiler) ist das Herzstück der Elektroinstallation. Hier laufen alle Stromkreise zusammen, hier sitzen die Schutzeinrichtungen. Aufgaben:

  • Verteilung: Hauptzuleitung wird auf einzelne Stromkreise aufgeteilt.
  • Schutz vor Überstrom: Leitungsschutzschalter (LSS) öffnen bei Kurzschluss oder Überlast.
  • Schutz vor Fehlerstrom: RCDs öffnen bei Differenzströmen ab 10/30 mA.
  • Schutz vor Überspannung: Typ-1- und Typ-2-Ableiter schützen gegen Blitz- und Schaltüberspannungen.
  • Schaltung: Hauptschalter, Schaltschütze, Smart-Home-Aktoren.
  • Mess- und Steuerung: Energiezähler, Lastmanagement, Wallbox-Anbindung.

Mechanischer Aufbau

Der Verteilerschrank besteht aus einem Stahlblech-Gehäuse oder Kunststoff-Gehäuse mit Hutschienen-Profil TH 35 nach DIN EN 60715. Auf den Hutschienen werden die Schaltgeräte (LSS, RCD, RCBO, Aktoren) gerastert. Die Hauptschiene (PE/N) verbindet alle Geräte mit Schutzleiter und Neutralleiter. Aussenleiter (L1, L2, L3) werden über Sammelschienen oder Kammschienen verteilt.

Reihenanzahl und Teilungseinheiten

Eine Teilungseinheit (TE) ist die Standard-Breite 17,5 mm für Schaltgeräte auf Hutschiene. Pro Reihe 12 TE Standard, einige Hersteller bieten 13 oder 14 TE pro Reihe. Bei 4 Reihen also 48-56 TE.

TE-Bedarf pro Komponente

KomponenteTEAnwendung
Hauptschalter 3-pol3 TE1 Stück
Überspannungsschutz Typ 2 3+14 TE1 Stück
RCD 4-pol Typ A 30 mA4 TE2-4 Stück
RCD 4-pol Typ B 30 mA (Wallbox)4 TE1 Stück
LSS B16 1-pol1 TE10-20 Stück
LSS B16 3-pol (Drehstrom)3 TE2-4 Stück
RCBO 1+N 16 A1 TEals Ersatz für LSS+RCD
KNX-Buskoppler2 TE1-2 Stück
KNX-Aktor 8-fach Schalten4 TE2-4 Stück
Schaltschütz 25 A 4-pol3 TEfür Wallbox-Lastmgmt
Energiezähler MID-konform4 TE1 Stück

TE-Berechnung 140 m² EFH Standard

  • Hauptschalter 3-pol: 3 TE
  • Überspannungsschutz: 4 TE
  • 3 RCD Typ A: 12 TE
  • 1 RCD Typ B (Wallbox): 4 TE
  • 22 LSS 1-pol: 22 TE
  • 3 LSS 3-pol (Wallbox, WP, Herd): 9 TE
  • Summe Bedarf: 54 TE
  • plus 30 Prozent Reserve: 16 TE
  • Gesamt: 70 TE

4-reihig (96 TE) reicht für Standard, lässt 26 TE Reserve. Komfort mit KNX bringt zusätzliche 8-16 TE Bedarf, dann 5-reihig (120 TE).

Bestückung 2026

Die Bestückung des Verteilerschranks ergibt sich aus dem Stromkreis-Plan. Für ein 140 m² Standard-EFH mit Wärmepumpe, Wallbox-Vorrüstung und konventioneller Schalter-Installation sieht das so aus:

Standard-Bestückung 4-reihig

  • Reihe 1 (oben): Hauptschalter, Typ-1-Überspannungsschutz (wenn Blitzschutz vorhanden), Typ-2-Überspannungsschutz, MID-Zähler, Phasenkontrolleuchten.
  • Reihe 2: RCD Typ A 30 mA für EG (mit 6-8 LSS dahinter), RCD Typ A 30 mA für OG (mit 6-8 LSS dahinter).
  • Reihe 3: RCD Typ A 30 mA für HWR (mit 4-6 LSS dahinter), RCD Typ A 30 mA für Aussen/Garten (mit 2-3 LSS dahinter).
  • Reihe 4: RCD Typ B für Wallbox (1 LSS B16 3-pol), LSS für Wärmepumpe 3-pol B16/B25, LSS für PV-Wechselrichter, Reserve-Plätze.

Komfort-Bestückung 5-reihig

Wie Standard plus Reihe 5 für KNX: Buskoppler, 2 Aktoren 8-fach (Beleuchtung), 1 Aktor 8-fach (Rolladen), 1 Dimmer-Aktor 4-fach. Mehrkosten Komfort gegenüber Standard 3.500-7.000 Euro Material.

Premium-Bestückung 6-reihig

Wie Komfort plus Reihe 6: zusätzliche KNX-Aktoren (Heizung 12-fach, Audio-Multiroom, Wetterstation-Eingang), Schaltschütz für Lastmanagement, Energie-Management-System (Modbus oder KNX).

RCD vs. RCBO

Die Wahl zwischen RCD-mit-mehreren-LSS und RCBO-pro-Stromkreis ist eine 2026-Schlüsselfrage. Beide Systeme erfüllen die Norm, RCBO bietet aber selektivere Abschaltung.

RCD-Konzept (klassisch)

Ein RCD schützt mehrere Stromkreise (typisch 4-8 LSS). Bei einem Defekt schaltet das RCD die ganze Gruppe ab - z.B. bei Defekt am Toaster fällt die ganze EG-Etage aus. Kostengünstig, aber weniger komfortabel.

RCBO-Konzept (modern)

Ein RCBO schützt einen einzelnen Stromkreis. Bei einem Defekt schaltet nur dieser eine Stromkreis ab. Vorteil: keine Folge-Effekte, keine Smart-Home-Aussetzer durch Strom-Verlust ganzer Etagen.

Mehrkosten RCBO vs. RCD

SetupMaterial nettoTE-Bedarf
4 RCD plus 22 LSS700-1.000 €16 TE plus 22 TE = 38 TE
22 RCBO1.300-1.700 €22 TE
Mehrkosten500-700 €spart 16 TE

RCBO ist im 2026er-Neubau die empfohlene Wahl, ausser bei Spar-Setups oder wenn der Verteiler ohnehin gross ist.

SLS und Zählerschrank

Der SLS (Selektiver Leitungsschutzschalter) sitzt im Hausanschlusskasten oder im Zählerschrank vor der Hauptverteilung. Er schaltet bei Überlast oder Kurzschluss in der Hauptzuleitung ab. Standard-Werte 35 A oder 50 A je nach Hausanschluss.

Zählerschrank-Standard 2026

  • Smart Meter (intelligentes Messsystem) Pflicht bei Neubauten ab 2026, mindestens bei Anlagen mit Erzeugung über 7 kWp oder Verbrauch über 6.000 kWh.
  • Modulares Tarif-Anwendungs-Gerät (MAG): für dynamische Stromtarife.
  • Zähler 1: Hausstrom (Bezug und Einspeisung in einem Gerät).
  • Zähler 2 (optional): Wärmepumpen-Tarif oder Wallbox-Tarif separat.

Zählerschrank-Bauart

Im Neubau wird heute überwiegend ein eHZ-Zählerschrank (elektronischer Haushaltszähler) verbaut. Der eHZ ist plug-in-fähig, ermöglicht Smart-Meter-Funktionalität und ist Standard nach VDE-AR-N 4101.

Unterverteiler in Etagen oder Räumen

Bei sehr grossen Häusern oder weiten Wegen lohnen sich Unterverteiler in den Etagen. Vorteil: kürzere Stromkreis-Leitungen, weniger Spannungsabfall, einfachere Erweiterung. Nachteil: Mehrkosten Material 800-2.500 Euro pro Unterverteiler.

Wann sich Unterverteiler lohnen

  • Wohnflächen über 200 m².
  • Spezielle Räume mit hoher Verbraucherdichte (Studio, Sauna, Pool-Technik).
  • Aussengebäude (Carport, Werkstatt, Ferienhaus auf demselben Grundstück).
  • Pool-Technik-Raum mit eigenen RCD-Stromkreisen.

KNX-Komponenten im Verteiler

Bei einem KNX-Setup ziehen viele Komponenten in den Verteilerschrank ein. Die KNX-Bus-Topologie verlangt einen Bereich-Linienkoppler und Linien-Spannungsversorgung.

Pflicht-KNX-Komponenten im Verteiler

  • KNX-Spannungsversorgung 640 mA: 4 TE.
  • KNX-IP-Schnittstelle (KNX/IP-Router): 2-4 TE - Verbindung zum Hausnetz für Visualisierung.
  • KNX-Aktor Schalten 8-fach: 4-8 TE pro Stück, je nach Bauform - 2-4 Stück für Beleuchtung.
  • KNX-Aktor Dimmen 4-fach Universal: 4-6 TE - für dimmbare LED.
  • KNX-Aktor Jalousie 8-fach: 4-8 TE - für Rollladen-Steuerung.
  • KNX-Aktor Heizung 6-/12-fach: 4-8 TE - für FBH-Stellantriebe.
  • KNX-Logikmodul: 2-4 TE - für Szenen, Zeitschaltungen.

TE-Bedarf KNX gesamt

Komfort-KNX: 30-50 TE zusätzlich. Premium-KNX: 60-90 TE zusätzlich. Daher entweder 5-6-reihiger Verteiler oder zusätzlicher KNX-Verteiler in eigenem Schrank.

PV- und Wallbox-Anbindung

PV-Wechselrichter und Wallbox brauchen eigene Stromkreise mit definierten Schutzgeräten.

PV-Wechselrichter-Anschluss

  • LSS 3-pol B16 oder B20 je nach Wechselrichter-Leistung.
  • RCD Typ A reicht meistens, einige Hersteller verlangen Typ B.
  • Trennstelle (allpolige Trennung) am Wechselrichter-Ausgang Pflicht.
  • Energiezähler (Bezug/Einspeisung) im Zählerschrank.

Wallbox-Anschluss

  • Wallbox 11 kW: LSS 3-pol B16, RCD Typ B 30 mA - oder RCD Typ A plus integrierter DC-Schutz in Wallbox.
  • Wallbox 22 kW: LSS 3-pol B32, RCD Typ B 30 mA - genehmigungspflichtig durch Netzbetreiber.
  • Schaltschütz für Lastmanagement (optional).
  • Energiezähler MID-konform (eichrechtskonform für Abrechnung mit Mietern).

Position und Einbau

Die Position des Verteilerschranks beeinflusst Kabellängen, Bedien-Komfort und Spannungsabfall.

Bevorzugte Position

  • HWR: Standard, möglichst nah am Hausanschluss-Kasten (HAK).
  • Einbauhöhe: Hauptbedienachse 1,40-1,80 m über Fertigfussboden.
  • Bedien-Freiraum: 70 cm Abstand zur Vorderseite, ungehinderter Zugang.
  • Tür-Schwenkbereich: mindestens 90 Grad Öffnung mit Standfreiheit.

Aufputz oder Unterputz?

  • Aufputz: einfacher zu erweitern, Kabel-Anschlüsse sichtbar, im HWR akzeptabel.
  • Unterputz: optisch sauberer, Tür schliesst plan mit Wand, im Hauseingang oder Wohnbereich vorzuziehen.

Kosten 2026 im Detail

Standard-Verteiler 4-reihig

KomponenteKosten netto
Verteilerschrank-Gehäuse Aufputz180-280 €
Hauptschalter 3-pol40-70 €
Überspannungsschutz Typ 2200-400 €
4 RCD Typ A 30 mA400-600 €
1 RCD Typ B 30 mA (Wallbox)250-400 €
22 LSS 1-pol B16220-330 €
3 LSS 3-pol B16120-180 €
Sammelschienen, Verkabelung200-350 €
MID-Zähler100-180 €
Beschriftung, Klemmen, Zubehör150-250 €
Material gesamt1.860-3.040 €
Lohn Verdrahtung 8-12 Std.700-1.100 €
Gesamt netto2.560-4.140 €

Komfort-Verteiler mit KNX

Standard plus 5-reihig plus KNX-Komponenten plus Lohn KNX-Programmierung 800-2.500 Euro: 6.500-12.000 Euro netto gesamt.

Wartung und Inbetriebnahme

Bei Inbetriebnahme dokumentiert der Elektriker im Inbetriebnahme-Protokoll:

  • Schleifenwiderstand pro Stromkreis.
  • Isolationswiderstand.
  • RCD-Auslösestrom und -zeit pro RCD/RCBO.
  • Schutzleiterprüfung (Niederohm-Messung).
  • Spannungsabfall in Endstromkreisen.
  • Nachweis Beschriftung aller Stromkreise.

Regelmässige Prüfung

RCD-Test-Knopf alle 6 Monate vom Bauherrn manuell drücken. Vollständige Prüfung durch Elektriker alle 4 Jahre nach DIN VDE 0105-100. Dokumentation im E-Check-Protokoll, Pflicht für Versicherungs-Nachweise.

Häufige Fehler beim Verteilerschrank

  • Zu klein dimensioniert. 3-reihig statt 4-reihig - jede Erweiterung ist später Schreinerei.
  • Keine Reserve. 100 Prozent belegt - Smart-Home, Wallbox, Wärmepumpe nachträglich nicht möglich.
  • RCD Typ A statt Typ B für Wallbox. Wallbox mit DC-Anteil verlangt Typ B oder Typ A plus DC-Schutz in Wallbox.
  • Überspannungsschutz vergessen. Pflicht seit 2018, im Schadensfall ohne Versicherungsschutz.
  • Keine Beschriftung. Im Fehlerfall sucht man jeden Stromkreis manuell.
  • Aussenstehender Verteiler in Garage ohne RCD-Schutz vor Garagenstromkreis. Brandschutz-Risiko.
  • KNX-Komponenten nicht im selben Schrank. Bus-Topologie wird unübersichtlich.
  • Zwischen-RCD im Verteiler-Aufbau falsch. Selektivität geht verloren.
  • SLS zu schwach dimensioniert. Bei Wallbox plus Wärmepumpe 35 A reicht oft nicht, 50 A nötig.
  • Aufstellung in feuchten Räumen ohne IP-Schutz. Im HWR neben Waschmaschine kein normaler IP20-Verteiler.

Hersteller-Marktübersicht

Etablierte Verteilerschrank-Hersteller im DACH-Raum 2026: Hager, ABB, Siemens, Eaton, Schneider Electric, GIRA, Striebel & John. Alle erfüllen die Normen, Unterschiede in Bedienkomfort, KNX-Integration, Preisstruktur. Der Elektriker hat oft Präferenzen - der Bauherr kauft Markenkonsistenz mit, weil Ersatzteile und Erweiterungen einfacher werden.

Bauablauf für Verteilerschrank-Aufbau

  1. Werkplanung mit Stromkreis-Plan und Verteiler-Belegung.
  2. Hauptzuleitung vom HAK zum Verteiler: NAYY 4 x 16 oder 4 x 25 mm² je nach Hausanschluss.
  3. Verteiler-Gehäuse setzen: Aufputz oder Unterputz, Bedienhöhe 1,40-1,80 m.
  4. Hutschienen montieren: TH 35 als Standard.
  5. Hauptschalter und Überspannungsschutz: in Reihe 1 (oben).
  6. RCDs/RCBOs nach Zonen: EG, OG, Bad, HWR, Aussen.
  7. LSS pro Stromkreis hinter zugehörigem RCD.
  8. KNX/Smart-Home-Komponenten: in eigener Reihe oder Unterverteiler.
  9. PV- und Wallbox-Stromkreise: mit RCD Typ B oder integriertem DC-Schutz.
  10. Sammelschienen und Verdrahtung: sauber und beschriftet.
  11. Inbetriebnahme-Messung: mit Protokoll für jeden Stromkreis.

Dokumentation und Beschriftung

Jeder Stromkreis muss klar beschriftet sein - bei Wartung oder Erweiterung wird sonst Zeit verschwendet. Pflicht-Dokumentation:

  • Stromkreis-Beschriftungsstreifen direkt am LSS/RCBO.
  • Verteiler-Übersichtsplan in Verteiler-Tasche oder Tür-Innenseite.
  • Schaltplan bei Bauakte: Übersicht aller Stromkreise mit Querschnitten und Räumen.
  • Inbetriebnahme-Protokoll: RCD-Auslösestrom, Schleifenwiderstand, Isolation pro Kreis.
  • E-Check-Protokoll für Versicherung: Pflicht alle 4 Jahre.

Zukunfts-Vorsorge im Verteilerschrank

Wer im Neubau 30 Prozent Reserve hat, kann später nachrüsten ohne Umbau:

  • Wallbox 2. Stellplatz: RCD plus LSS plus Schaltschütz für Lastmanagement.
  • PV-Erweiterung mit Speicher: zusätzlicher RCD-Anschluss für Wechselrichter und Speicher.
  • Smart-Home-Erweiterung: KNX-Bus-Linie für zusätzliche Räume.
  • Pool oder Sauna: separater Stromkreis 3-pol B16/B25.
  • Werkstatt im Garten: Aussen-Verteiler mit eigener Zuleitung.
  • Notstrom-Anbindung: Hausanschluss für Notstrom-Generator oder Hausspeicher.

Bauherren-Tipps für Verteilerschrank-Auswahl

  • Nicht beim Verteiler sparen - 200-500 Euro mehr für 4-reihig zahlt sich aus.
  • Aufputz im HWR akzeptabel, im Hauseingang Unterputz für Optik.
  • Schaltplan-Mappe in der Tür-Innenseite anbringen lassen.
  • Beschriftung mit Drucker, nicht handschriftlich (Lesbarkeit).
  • Verteiler-Hersteller des Elektrikers prüfen (Markenkonsistenz).
  • RCBO-Aufpreis 500-1.000 Euro lohnen sich für selektive Abschaltung.
  • KNX-Komponenten-Bedarf vor Schrank-Wahl klären.
  • Inbetriebnahme-Protokoll vor Schlussrechnung einfordern.

FAQ - Verteilerschrank

Wie viele Reihen braucht der Verteilerschrank im 140 m² EFH?
4-reihig mit 96 Teilungseinheiten ist Standard. Im Komfort-Niveau mit Bus-Vorrüstung 5-reihig (120 TE), bei Voll-KNX mit Wallbox und PV 6-reihig (144 TE) oder zusätzlicher Unterverteiler. 30 Prozent freie Plätze als Reserve einplanen - jede spätere Erweiterung ist sonst Schreinerei am Verteiler.
Was ist eine Teilungseinheit (TE)?
Eine Teilungseinheit ist die Standard-Breite 17,5 mm für Schaltgeräte auf Hutschienen-Profil TH 35. Ein Leitungsschutzschalter (LSS) belegt 1 TE, ein RCD typisch 4 TE, ein RCBO 1-2 TE, ein KNX-Aktor 4-fach typisch 4 TE. Pro Reihe 12 TE. 4 Reihen = 48 TE bei einreihigen Modulen, mit 4-poligen RCDs in der Praxis 64-96 TE Belegung.
RCD oder RCBO - was ist 2026 Standard?
RCBO (Kombi aus RCD und LSS) ist im Neubau zunehmend Standard, weil bei einem Fehlerstrom nur ein einzelner Stromkreis abschaltet, nicht die ganze Etage. Mehrkosten 25-40 Euro pro Stromkreis, im 140 m² EFH 500-1.000 Euro Mehrpreis. Lohnt sich besonders bei Smart-Home-Setups, weil selektive Abschaltung Folge-Effekte vermeidet.
Wo wird der Verteilerschrank platziert?
Standardplatz ist der HWR, möglichst nahe am Hausanschlusskasten - jeder Meter weniger Hauptleitung spart Material. Alternative bei Häusern ohne HWR: Hauseingang oder Flur in 70 cm Bedienabstand. Aufstellung in 1,30-1,80 m Hauptbedienachse, frei zugänglich, Ein- und Ausbauen mit Werkzeug-Freiraum.
Was kostet ein 4-reihiger Verteilerschrank komplett?
Im Standard-Setup für 140 m² EFH mit RCDs Typ A, 22 LSS, Typ-2-Überspannungsschutz und Hauptschalter: 2.500-4.000 Euro netto Material. Mit RCBO statt RCD plus 500-1.000 Euro. Mit KNX-Komponenten plus 2.500-8.000 Euro. Mit Wallbox-RCD Typ B plus 200-400 Euro.
Themen: Elektro KNX Wallbox PV
Hausbau Journal Redaktion

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