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Lamellendach & Terrassendach

Lamellendach & Terrassendach 2026

Von der einfachen Stegplatte bis zum motorisierten Lamellensystem: was die verschiedenen Konzepte kosten und wann eine Genehmigung nötig ist.

4.500-10.000€Lamellendach 3×4m
genehmigungspflichtigfast immer
ganzjährignutzbar mit Heizstrahler
25-40 JahreAluminiumkonstruktion

Lamellendach vs. festes Terrassendach: der Grundunterschied

Das Lamellendach hat drehbare Aluminiumlamellen als Dachfläche. Von 0° (voll offen, Sonnenschein) bis 90° (vollständig geschlossen, Regenschutz). Die Lamellen werden per Motor oder Kurbel verstellt. Wasser aus den Lamellen wird über Hohlprofile in die Stützen abgeleitet.

Das feste Terrassendach hat eine unveränderliche Dachfläche: Stegplatten aus Polycarbonat, Glas (Einscheibensicherheitsglas oder Verbundsicherheitsglas) oder Metall (Trapezblech). Einmal gebaut, ist die Transparenz fix. Schön wenn man immer gleiche Licht- und Regenschutzsituation haben will - aber keine Flexibilität.

Dachtypen im Vergleich

Typ Preis (3×4m, inkl. Montage) Regenschutz Lichtdurchlass Flexibilität
Stegplatten (Polycarbonat) 1.800-3.500€ vollständig milchig-transluzent keine
Glas (ESG/VSG) 4.000-10.000€ vollständig klar keine
Trapezblech 2.000-4.500€ vollständig keine keine
Alu-Lamellendach (manuell) 3.000-6.000€ wenn geschlossen variabel vollständig
Alu-Lamellendach (motorisiert) 5.000-12.000€ wenn geschlossen variabel vollständig (automatisch)

Kosten 2026: Detailrechnung Lamellendach

Lamellendach freistehend 4×5m (20m²), motorisiert:

  • Lamellendach-System inkl. Tragkonstruktion: 6.000-12.000€
  • Fundamentankern (4 Stützen): 800-1.500€
  • Elektroanschluss (Motor, Beleuchtung): 300-600€
  • Montage: inklusive oder 1.000-2.000€ extra (je Anbieter)
  • Optional LED-Beleuchtung: 400-800€
  • Optional Heizstrahler (2 Stück): 400-1.000€
  • Gesamtkosten ohne Extras: 7.100-16.100€
  • Mit kompletter Ausstattung: 8.000-20.000€

Genehmigung: wann und was?

Terrassendächer mit Wandanschluss gelten in Deutschland baurechtlich meist als Anbau und unterliegen damit der Genehmigungspflicht. Das gilt für Aluminium-Überdachungen mit festem Fundament genauso wie für Glasdächer.

Die wichtigsten Ausnahmen:

  • Bayern: bis 50m³ umbautem Raum verfahrensfrei (Art. 57 BayBO Nr. 2)
  • NRW: Nebenanlagen bis 30m³ Brutto-Rauminhalt verfahrensfrei (§ 62 BauO NRW) - Terrassendach mit Wandanschluss aber oft höher bewertet
  • Baden-Württemberg: bis 40m² Grundfläche verfahrensfrei für Nebenanlagen (§ 50 LBO BW)

Voranfrage beim Bauamt ist in jedem Fall sinnvoll: Die meisten genehmigungspflichtigen Terrassendächer werden erteilt - sie müssen nur beantragt werden.

Anbieter und Qualitätsunterschiede

Premiumhersteller: Weinor, Warema, Gibus, Renson, Soliso. Stärken: hochwertige Verarbeitungsqualität, lange Garantien (5-10 Jahre auf Konstruktion), Fachhandler-Netz mit Servicemöglichkeiten. Preise: oberes Segment.

Mittleres Segment: Viele deutsche und österreichische Metallbau-Betriebe fertigen individuell. Preise ähnlich wie Premiumhersteller, aber keine einheitliche Qualität.

Online-Anbieter / Bausätze: Preise deutlich günstiger (2.000-5.000€ für 3×4m), aber Eigenaufbau oder lokaler Handwerker für Montage nötig. Qualitätskontrolle schwieriger. Für Heimwerker mit Metallbau-Erfahrung eine Option.

Häufige Fragen zum Lamellendach

Was kostet ein Lamellendach für 3×4m?

Ein motorisiertes Aluminium-Lamellendach (3×4m = 12m²) kostet inkl. Montage und Fundamentverankerung ca. 4.500-10.000€. Einstiegsmodelle ohne Motor und mit einfacherer Konstruktion: 2.500-4.500€. Premium-Modelle mit Beleuchtung, Heizstrahler und Seitenelements: 10.000-20.000€ für 12m².

Braucht ein Terrassendach eine Baugenehmigung?

Ja, in den meisten Bundesländern. Ein Terrassendach mit Wandanschluss gilt als Anbau und unterliegt den Genehmigungsgrenzen für Nebenanlagen oder Anbauten. In Bayern bis 50m³ umbautem Raum verfahrensfrei (Art. 57 BayBO). In NRW kommt es auf Grundfläche und Wandflächen an (§ 62 BauO NRW). Immer Voranfrage beim Bauamt machen.

Kann ein Terrassendach ganzjährig genutzt werden?

Mit der richtigen Ausstattung ja: geschlossene Aluminium-Lamellen dichten bei Regen ab, ein elektrischer Heizstrahler (1,5-3 kW, 200-500€) wärmt bis -5°C, seitliche Zip-Screen-Elemente schützen vor Wind. So wird die Terrasse zum Wintergarten-Ersatz. Kosten für Vollausstattung: +2.000-4.000€ gegenüber dem Grunddach.

Wie ist ein Lamellendach im Winter zu behandeln?

Lamellendächer sind bis Schneelast 60 kg/m² (entspricht Schneelastzone 1-2 nach DIN EN 1991-1-3) ausgelegt. Bei anhaltendem Schneefall Lamellen öffnen - Schnee fällt durch und es gibt keine Ansammlung. Schneesicherung: Bei sehr schweren Schneelasten (Gebirge) Lamellen bei Sturmwarnung komplett öffnen. Gefrorene Lamellen nicht mit Gewalt bewegen - erst auftauen lassen.

Hausbau Journal Redaktion

Der unabhängige Hausbau-Ratgeber für private Bauherren in Deutschland. Recherchiert aus Primärquellen, ergänzt durch eigene Bauerfahrung und Bauherren-Interviews. Mehr über die Redaktion →