Was bedeutet Ziegel beim Hausbau?
Ziegel sind der traditionsreichste Wandbaustoff. Moderne Hochlochziegel (Poroton, T8, T9, T10, T12 nach λ-Gruppen) haben durch Lochstruktur und mineralische Füllung (Perlit = vulkanisches Glas) deutlich bessere Wärmedämmwerte als alte Vollziegel.
λ-Gruppen nach DIN 105: λ ≤ 0,07 W/(mK) (T7/T8 - beste Wärmedämmziegel), λ ≤ 0,09 W/(mK) (T10), λ ≤ 0,12 W/(mK) (T12), λ ≤ 0,18 W/(mK) (T18). Mit 49 cm T8-Ziegel: U-Wert ca. 0,14 W/(m²K) - EH40-geeignet ohne WDVS.
Vorteile gegenüber Porenbeton: Besserer Schallschutz (höhere Rohdichte), robuster bei Oberflächenverletzungen (keine Bruchkanten wie Porenbeton), diffusionsoffen. Vorteile gegenüber KS: bessere Eigendämmung. Nachteil: Teurere Ziegel mit guter Dämmung kosten 50-80 % mehr als Standard-Hochlochziegel.
Warum ist der Ziegel wichtig für Bauherren?
Ziegel ist der Herzstück des deutschen Massivbaus - und das mit gutem Grund. Wer ein dauerhaftes, diffusionsoffenes Haus mit guten Schallschutz und langer Lebensdauer bauen will, kommt an hochwertigen Wärmedämmziegeln nicht vorbei. Monolithisches Ziegelmauerwerk ohne WDVS hat eine Lebensdauer von 100+ Jahren, WDVS auf Ziegelwand wird nach 30-40 Jahren erneuerungsbedürftig.
Beispiel
EFH Außenwand, monolithisch: 38 cm Poroton T7 (λ 0,07 W/(mK)): U-Wert ca. 0,19 W/(m²K), GEG EH55-konform. Wandfläche 200 m²: Mehrkosten T7 vs. Standard-Hochlochziegel ca. 60 EUR/m² = 12.000 EUR. Dafür: kein WDVS nötig (gespart: ca. 15.000-20.000 EUR), keine WDVS-Erneuerung nach 30-40 Jahren. Wirtschaftlich vorteilhaft über die Lebensdauer.
Verwandte Begriffe
- Porenbeton - leichterer Wandbaustoff mit ähnlicher Dämmleistung
- KS-Mauerwerk - schwerer Wandbaustoff mit besserem Schallschutz
- Massivbau Vergleich - alle Wandbaustoffe gegenübergestellt
- U-Wert - Kennzahl für Wärmedurchgang der Ziegelwand