Die Anschlussfinanzierung ist nach dem Erstabschluss die wichtigste Finanzentscheidung im Bauherrenleben. Bei einer durchschnittlichen Restschuld von 200.000 bis 300.000 Euro entscheiden 0,5 Prozent Konditionsunterschied über 10 Jahre Bindung schnell über 10.000 bis 30.000 Euro - die Vorbereitungszeit von 6 bis 12 Monaten lohnt sich also überproportional.
Was ist Anschlussfinanzierung?
Eine Anschlussfinanzierung ist der Folgekredit, der nach Ablauf der Zinsbindung des ursprünglichen Baudarlehens die verbleibende Restschuld weiterfinanziert. Da Baudarlehen typisch 10 bis 20 Jahre Zinsbindung haben, der Hausbau aber 25 bis 35 Jahre bis zur Volltilgung dauert, ist mindestens eine Anschlussfinanzierung die Regel - oft auch zwei oder drei aufeinanderfolgende.
Bei der Anschlussfinanzierung können alle Konditionen neu verhandelt werden: Zinssatz, Tilgungssatz, Sondertilgungs-Recht, Zinsbindung und auch die kreditgebende Bank. Wer bewusst plant und vergleicht, kann hier deutliche Verbesserungen erreichen - wer passiv ist, zahlt typisch deutlich zu viel.
Drei Optionen im direkten Vergleich
Nach Ablauf der Zinsbindung stehen drei Wege offen, die alle Vor- und Nachteile haben:
Übersicht der drei Optionen
| Option | Ablauf | Typ. Konditionen 2026 | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Prolongation | bei alter Bank weiterführen | 4,0 - 4,3 % (Marktdurchschnitt) | gering, oft automatisch |
| Umschuldung | Wechsel zu neuer Bank | 3,7 - 4,0 % (Topzinsen) | mittel, 4 bis 8 Wochen |
| Volltilgung | Restschuld zurückzahlen | 0 % - keine weiteren Zinsen | kein Folgevertrag |
Stand: April 2026. Konditionen je nach Bonität, Restschuld und Beleihungsauslauf.
Prolongation - Bei der alten Bank bleiben
Die Prolongation ist die Verlängerung des bestehenden Darlehens bei der bisherigen Bank zu neuen Konditionen. Der Vorteil: minimaler Aufwand. Die alte Bank schickt ein Angebot, der Kunde stimmt zu, der Vertrag läuft mit neuen Zinsen weiter.
Wann sich Prolongation lohnt
Prolongation lohnt sich nur, wenn die alte Bank tatsächlich Top-Konditionen bietet. Das passiert in der Praxis selten - die meisten Banken kalkulieren bei Stammkunden mit höheren Margen, weil sie wissen, dass der Wechselaufwand viele Kunden abschreckt. Aber: wer aktiv ein Angebot einer Konkurrenzbank vorlegt, kann die alte Bank oft zu deutlich besseren Konditionen bewegen ("Konditionen-Anpassung").
Praxis-Tipp
Niemals das erste Prolongations-Angebot der alten Bank annehmen. Mindestens drei Konkurrenzangebote einholen und der alten Bank vorlegen. In 6 von 10 Fällen senkt die alte Bank die Konditionen deutlich, wenn sie sieht, dass der Kunde ernsthaft wechselbereit ist.
Umschuldung - Wechsel zur neuen Bank
Bei der Umschuldung wird das Restdarlehen von einer neuen Bank übernommen. Die neue Bank zahlt die alte Bank ab, das Darlehen läuft fortan zu den neuen, oft günstigeren Konditionen weiter.
Ablauf der Umschuldung
- 12 bis 18 Monate vor Ablauf: Restschuld zum Ablauftermin berechnen lassen, Marktrecherche starten.
- 6 bis 12 Monate vor Ablauf: 5 bis 8 Angebote einholen (Direktbanken, Vermittler, Filialbanken).
- 3 bis 6 Monate vor Ablauf: Beste Konditionen auswählen, Vertrag unterzeichnen.
- 2 bis 4 Monate vor Ablauf: Grundschuld-Abtretung von alter zu neuer Bank organisieren (kostengünstig, kein Notar).
- Stichtag Ablauf: neue Bank überweist Restschuld an alte Bank, neuer Vertrag tritt in Kraft.
Wechsel-Kosten
Die Hauptsorge vieler Bauherren - oft unbegründet. Hauptkosten: 100 bis 300 Euro Gebühr für die Grundschuld-Abtretung. Notar-Kosten entstehen nicht, weil die bestehende Grundschuld an die neue Bank abgetreten wird (nicht neu eingetragen). Bei einer Konditionsverbesserung von 0,5 Prozent auf 250.000 Euro über 10 Jahre amortisieren sich die 300 Euro Wechselkosten nach weniger als einem Monat.
Volltilgung - Schuldenfrei werden
Wer durch Erbschaft, Verkauf einer anderen Immobilie oder konsequente Sondertilgung genug Mittel zur Verfügung hat, kann zum Ablauftermin die komplette Restschuld zurückzahlen. Damit endet die Baufinanzierung - keine weiteren Zinsen, keine Anschlussfinanzierung.
Wann Volltilgung sinnvoll ist
- Restschuld unter 50.000 Euro: Aufwand für Anschlussfinanzierung steht kaum im Verhältnis zur Zinslast. Lieber komplett tilgen.
- Sondereinnahme verfügbar: Erbschaft, Bonus, Verkaufserlös - wenn das Geld da ist und keine besser rentierliche Anlagealternative existiert.
- Risikoneigung niedrig: Wer Schulden generell als Belastung empfindet und schuldenfrei besser schläft - psychologischer Wert ist wirtschaftlich relevant.
Wann Volltilgung NICHT sinnvoll ist
- Sehr niedrige Zinsen: wenn der Sollzins unter 2 Prozent liegt und sicher anlegbare 3 Prozent erreichbar sind, lieber das Geld anlegen und das Darlehen weiterlaufen lassen. 2026 mit Bauzinsen um 4 Prozent ist diese Konstellation aber selten.
- Notgroschen wäre weg: wer mit Volltilgung die letzte Liquiditätsreserve aufbraucht, geht ein zu hohes Risiko ein. 6 Monatsausgaben sollten als Reserve bleiben.
Beispielrechnung: Drei Optionen im Vergleich
Konkrete Annahmen: Restschuld zum Ablauftermin 250.000 Euro, neue Zinsbindung 10 Jahre, Tilgung 3 Prozent. Drei Szenarien:
Szenario 1: Prolongation zu Standard-Konditionen
- Zinssatz: 4,15 Prozent
- Monatsrate (Zins plus 3 % Tilgung): rund 1.490 Euro
- Gezahlte Zinsen in 10 Jahren: rund 88.000 Euro
- Restschuld nach 10 Jahren: rund 165.000 Euro
Szenario 2: Umschuldung zu Topkonditionen
- Zinssatz: 3,75 Prozent
- Monatsrate: rund 1.406 Euro
- Gezahlte Zinsen in 10 Jahren: rund 79.500 Euro
- Restschuld nach 10 Jahren: rund 156.500 Euro
- Vorteil gegenüber Prolongation: rund 8.500 Euro weniger Zinsen plus 8.500 Euro niedrigere Restschuld
Szenario 3: Volltilgung mit Erbschaft
- Einmalzahlung: 250.000 Euro
- Gezahlte Zinsen ab Ablauftermin: 0 Euro
- Restschuld: 0 Euro
- Wirtschaftlicher Vorteil gegenüber Prolongation: 88.000 Euro Zinsen gespart, aber 250.000 Euro Cash gebunden statt anderweitig anlegbar
Die Wahl zwischen Umschuldung und Volltilgung ist keine reine Mathematik - sie hängt von Risikopräferenz und Anlagealternativen ab. Mathematisch klar überlegen ist die Umschuldung gegenüber der Prolongation, weil sie ohne Kapitalbindung 8.500 bis 17.500 Euro Vorteil bringt.
Zeitplan: 18 Monate vor Ablauf bis Stichtag
18 bis 12 Monate vor Ablauf
Erstinformation. Bauzinsen-Newsletter abonnieren (FMH, Interhyp, Dr. Klein), Marktbeobachtung starten. Eigene Restschuld zum Ablauftermin von der bisherigen Bank schriftlich erfragen. Prüfen, ob ein Forward-Darlehen Sinn macht (mehr unter Forward-Darlehen).
12 bis 6 Monate vor Ablauf
Aktive Angebotseinholung. 5 bis 8 Angebote einholen, mindestens drei Anbieter-Typen abdecken: Direktbank (ING, DKB, Comdirect), Vermittler (Interhyp, Dr. Klein), Hausbank. Konditionen vergleichen: Sollzins, Effektivzins, Tilgungssatz, Sondertilgungs-Recht, Zinsbindung, Bereitstellungszinsen.
6 bis 3 Monate vor Ablauf
Entscheidung treffen. Beste Konditionen auswählen, eventuell der alten Bank das beste Konkurrenzangebot vorlegen mit Bitte um Nachbesserung. Vertrag mit ausgewähltem Anbieter unterzeichnen.
3 Monate bis Stichtag
Administrative Abwicklung. Grundschuld-Abtretung organisieren (typisch 4 bis 8 Wochen Vorlauf). Alte Bank über Beendigung informieren. Notar in der Regel nicht nötig.
Am Stichtag
Neuer Vertrag tritt in Kraft. Erste Annuität auf neues Konto. Sondertilgungs-Möglichkeiten gleich für das laufende Jahr planen.
Häufige Fehler bei der Anschlussfinanzierung
- Erstes Prolongations-Angebot annehmen. Banken bieten Stammkunden selten Topzinsen. Immer mindestens drei Konkurrenzangebote einholen und vergleichen.
- Zu spät anfangen. Wer 3 Monate vor Ablauf erst startet, hat nur eingeschränkte Wahl. 12 bis 18 Monate Vorlauf geben Verhandlungsspielraum.
- Tilgungssatz nicht erhöhen. Mit der Anschlussfinanzierung können die Konditionen optimiert werden - höhere Tilgung reduziert die Restschuld zur nächsten Anschlussfinanzierung deutlich.
- Wechsel-Kosten überschätzen. Viele meinen, eine Umschuldung sei kompliziert und teuer. Tatsächlich kostet sie 100 bis 400 Euro und dauert 4 bis 8 Wochen Aufwand - bei 8.500 Euro Vorteil ein klares Verhältnis.
- Sondertilgungs-Recht nicht neu verhandeln. Auch beim neuen Vertrag sollte mindestens 5 Prozent Sondertilgung pro Jahr ohne Aufschlag stehen. Fehler ist, das Standard-Recht aus dem alten Vertrag stillschweigend zu übernehmen.
- Variable Zinsbindung wählen ohne Plan. Variable Zinsen klingen oft günstig, sind aber bei steigenden Zinsen ein Albtraum. Nur mit klarem Sondertilgungs-Plan sinnvoll.
- Forward-Darlehen pauschal ablehnen. Bei klar steigender Zinserwartung kann ein Forward 24 bis 36 Monate vor Ablauf wirtschaftlich sinnvoll sein. Mehr unter Forward-Darlehen.
- Versicherungs-Verpflichtungen vergessen. Bei Bankwechsel müssen Wohngebäude- und Risikolebensversicherungen oft an die neue Bank verpfändet werden. Wenn vergessen, kann die Bank Schadensersatz oder Vertragsstrafe fordern. Vor Vertragsabschluss klären.
- KfW-Darlehen falsch behandeln. Wenn das Erstdarlehen aus Bankdarlehen plus KfW-Darlehen besteht, kann nur der Bankdarlehens-Teil umgeschuldet werden. Das KfW-Darlehen läuft mit eigener Logik weiter. Vermittler kennen diese Trennung; Filialbanken erklären sie selten von sich aus.
- Tilgungsfreie Anlaufphase nutzen. Manche Anschluss-Verträge bieten 6 bis 12 Monate tilgungsfreie Phase, in denen nur Zinsen gezahlt werden. Klingt entspannend, kostet aber bares Geld - ohne klaren Plan diese Option ablehnen.
Verhandlungs-Tipps für die alte Bank
Wer bei der bisherigen Bank bleiben will, aber bessere Konditionen haben möchte, hat mehr Spielraum als gedacht. Drei konkrete Tipps:
- Konkretes Konkurrenzangebot vorlegen. Nicht nur "andere bieten weniger" sagen, sondern das Angebot ausgedruckt mitbringen oder per E-Mail schicken. Banken reagieren auf konkrete Zahlen, nicht auf Andeutungen.
- Gespräch mit dem richtigen Ansprechpartner führen. Standard-Berater haben oft begrenzten Verhandlungsspielraum. Bei wichtigen Konditionen-Anpassungen den Filial- oder Geschäftsstellen-Leiter ins Boot holen.
- Frist setzen. "Bis nächste Woche brauche ich eine Entscheidung" funktioniert besser als offenes Verhandeln. Banken nehmen Fristen ernst, wenn die Wechsel-Drohung glaubhaft ist.
Bonität bei der Anschlussfinanzierung
Anders als beim Erstdarlehen ist die Anschlussfinanzierung für die meisten Banken risikoärmer - das Haus existiert, der Wert ist bekannt, die Zahlungshistorie liegt vor. Trotzdem prüfen Banken die aktuelle Bonität neu. Vier Punkte sind wichtig:
Schufa-Status aktuell
Negative Einträge in der Schufa der letzten Jahre können die Konditionen verschlechtern. Vor der Anschlussfinanzierung kostenlose Selbstauskunft anfordern (einmal pro Jahr kostenlos), Fehler korrigieren lassen.
Aktuelle Einkommens-Situation
Banken wollen aktuelle Gehaltsabrechnungen sehen. Bei verschlechterter Einkommens-Situation (Krankheit, Teilzeit, Selbstständigkeit) können sich Konditionen verschlechtern. In günstigen Fällen (Beförderung, Vollzeit-Wiedereinstieg) verbessern sie sich.
Aktueller Beleihungsauslauf
Durch 10 Jahre Tilgung ist der Beleihungsauslauf gesunken (typisch von 80 auf 60 bis 65 Prozent). Das verbessert die Konditionen automatisch - Banken vergeben günstigere Zinssätze für niedrigere Beleihungs-Quoten.
Aktueller Verkehrswert der Immobilie
Bei deutlich gestiegenem Verkehrswert (Marktboom in der Region) sinkt der Beleihungsauslauf zusätzlich. Wenn die Bank das aktualisiert, ergeben sich oft 0,1 bis 0,3 Prozent bessere Konditionen. Bei stark gefallenem Verkehrswert kann es umgekehrt sein - hier nicht aktiv die Wertaktualisierung anstoßen.
Vermittler oder direkt zur Bank?
Bei der Anschlussfinanzierung stehen drei Wege offen:
Direkter Weg zu Direktbanken
Direktbanken (ING, DKB, Comdirect) bieten Online-Konditionsrechner und transparente Konditionen. Vorteil: man sieht die Konditionen sofort, kann selbst rechnen, schließt online ab. Nachteil: kein persönlicher Berater bei Sonderfragen, weniger Verhandlungsspielraum bei Sonderfällen.
Vermittler wie Interhyp, Dr. Klein, Hüttig & Rompf
Vermittler haben Zugang zu typisch 200 bis 400 Banken und finden auch in schwierigen Fällen eine Lösung. Die Vermittlungsprovision wird von der Bank gezahlt - Kunden zahlen direkt nichts. Vorteil: breite Marktauswahl, persönliche Beratung. Nachteil: Vermittler haben Anreize, bestimmte Anbieter zu bevorzugen. Daher mindestens zwei Vermittler parallel beauftragen und die Empfehlungen vergleichen.
Filialbank vor Ort (Sparkasse, Volksbank)
Persönlicher Kontakt, oft langjährige Geschäftsbeziehung. Konditionen sind bei vielen Filialbanken aber 0,3 bis 0,7 Prozent teurer als bei Direktbanken oder Top-Vermittlerangeboten. Filialbanken kommen in Frage, wenn besondere Konstellationen vorliegen (Selbstständig, schwierige Bonität, ungewöhnliche Immobilie) - dann kann der persönliche Berater Lösungen finden, die online schwer abbildbar sind.
Praxis-Empfehlung
Idealer Vergleichs-Mix: zwei Direktbank-Angebote (online), zwei Vermittler-Angebote (Interhyp und Dr. Klein parallel), ein Angebot der bisherigen Bank. Damit hat man fünf vergleichbare Angebote von unterschiedlichen Anbietertypen. Aufwand: zwei bis vier Stunden Recherche und Datenangabe, Ersparnis-Potenzial 5.000 bis 20.000 Euro über die Bindungsdauer.
Drei Strategien je nach Lebenssituation
Strategie 1: Junge Familie mit langer Restlaufzeit
Wer Anfang 40 ist und noch 25 bis 30 Jahre Resttilgung vor sich hat, sollte bei der ersten Anschlussfinanzierung den Tilgungssatz deutlich erhöhen - idealerweise auf 4 bis 5 Prozent. Damit ist die nächste Anschlussfinanzierung in 10 Jahren bei einer schon deutlich kleineren Restschuld, was die Zinsrisiko-Empfindlichkeit reduziert. Lange Zinsbindung (15 oder 20 Jahre) ist hier oft sinnvoll, weil Karriere und Familie planbar sind.
Strategie 2: Mittlerer Bauherr mit absehbarem Ruhestand
Wer mit 50 die erste Anschlussfinanzierung macht und mit 65 bis 67 in Rente gehen will, sollte versuchen, die Restschuld bis zum Renteneintritt komplett zu tilgen. Tilgungssatz so wählen, dass die Restschuld in 15 bis 17 Jahren bei null landet - oft 5 bis 6 Prozent Tilgung nötig. Die monatliche Belastung ist hoch, aber im Ruhestand entfällt die Hauptbelastung komplett. Volltilger-Darlehen über 15 Jahre können hier eine elegante Lösung sein.
Strategie 3: Späterer Hausbau mit kürzer Resttilgung
Wer mit 55 oder 60 die erste Anschlussfinanzierung macht und nur noch wenige Jahre Tilgung möchte, sollte besonders konservativ kalkulieren. Volltilger-Darlehen mit fester Endlaufzeit zum Ruhestand sind hier ideal. Wenn die Restschuld unter 100.000 Euro liegt, kann auch eine Volltilgung mit Erspartem oder Erbschaft eine Option sein - der Anschluss-Aufwand lohnt sich kaum.
Anschlussfinanzierung bei Ehepartner-Wechsel oder Eigentümerwechsel
Wenn sich die Eigentumsverhältnisse während der Bindungsdauer ändern (Trennung, Scheidung, Schenkung an Kinder), ist die Anschlussfinanzierung besonders heikel.
Trennung oder Scheidung
Wenn ein Ehepartner aus dem Vertrag aussteigen will, muss die Bank zustimmen - das ist nicht garantiert. Banken verlangen typisch, dass der verbleibende Partner allein die Bonität für das gesamte Darlehen trägt. Wenn das nicht der Fall ist, muss verkauft werden. Die Anschlussfinanzierung kann hier zur Triage werden: nur wer die Restschuld solo tragen kann, kann das Haus behalten.
Schenkung oder Vererbung an Kinder
Wenn das Haus während der Bindungsdauer an Kinder geht (vorgezogene Erbschaft, Schenkung), tritt die Bank an den neuen Eigentümer heran und prüft dessen Bonität. Wenn das Kind die Bonität hat, läuft das Darlehen weiter. Wenn nicht, muss neu finanziert oder getilgt werden. Vor Schenkungs-Entscheidungen daher immer auch die Finanzierungs-Folgen prüfen.
Sondersituation: Erbe trifft auf bestehendes Darlehen
Wer eine Immobilie mit laufendem Darlehen erbt, übernimmt nicht automatisch den Vertrag. Die Bank muss zustimmen, was an Bonitätsprüfung und Beleihungs-Neuberechnung gekoppelt ist. In ungünstigen Fällen kann es sein, dass das Darlehen vorzeitig getilgt werden muss - was wiederum Vorfälligkeitsentschädigung auslöst (außer das Darlehen ist schon mehr als 10 Jahre alt, dann greift § 489 BGB). Bei absehbarer Erbschaft daher rechtzeitig mit der Bank sprechen, was beim Eigentumsübergang passieren würde.
FAQ - Anschlussfinanzierung 2026
Wann sollte ich mit der Anschlussfinanzierung anfangen?
Was ist günstiger - Prolongation oder Umschuldung?
Was kostet eine Umschuldung an Gebühren?
Kann meine alte Bank mich zwingen zu bleiben?
Was passiert, wenn ich nichts mache?
Soll ich bei der Anschlussfinanzierung die Tilgung erhöhen?
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